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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
Entstehung
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Commeiitator ein Künstler zu nennen. Auch verdrängte er bald dieCommentarien des R. Gerschvm und seiner Lehrer.

Raschi verfaßte auch Erklärungen zu den meisten Büchern derheiligen Schrift, und darin war er nicht weniger selbstständig. Seinrichtiger Takt und sein Wahrheitssinn leiteten ihn ans den richtigenWortsinn und den passenden Zusammenhang. Nur ließ er sich dabeiöfter von der agadischen Auslegungsweise führen, in der Voraus-setzung, daß die im Talmud und in den Agadawerken vorkommendeVerserlänterung ernst gemeint sei. Doch hatte er ein, wenn auchnicht ganz klares Bewußtsein, daß der einfache Schriftsinn (I'ssolratz)zur agadischen Erklärungsweise (Dsrasolia) im Widerspruch stehe. Inseinem Alter wurde dieses Bewußtsein beller in ihm, und er äußertegegen seinen gelehrten Enkel und Jünger, daß er seine Bibel-commentarien im Sinne einer nüchternen, wortgemäßen Schriit-erklärung umarbeiten würdest. Raschi stand damals viel höher alsseine zeitgenössischen christlichen Bibelausleger, welche durchweg allesErnstes glaubten, die heilige Schrift enthalte einen vierfachen Sinn.Symbolisirend nahmen sie an, die vierfache Auslegungsweise bedeutedie vier Füße am Tische des Herrn", oderdie vier Ströme, welchevom Paradies ausgehen". Der Buchstabe gebe die Thatsache an,die Allegorie lehre den Glauben (wie Alles und Jedes auf Jesus,seine Leidensgeschichte und auf die Kirche Hinweise), der moralischeSchriftsinn wolle das Thun regeln, und endlich die Mystik(^.naZoZs) weise auf die Ordnung der jenseitigen Geisterwelt hin st.Raschi dagegen wußte noch nichts von einer mystischen Auslegungs-weise, machte sich auch hin und wieder von der agadischen Erklärnngs-weise frei und traf auch in den meisten Fällen das richtige Verständniß.Er erhielt von seiner Bedeutsamkeit als Schrifterklärer den witzigenEhrennamen Parschandatast (Gesetzerläuterer). Raschi's Ge-wandtheit im Erklären erscheint um so überraschender, als ihm diebedeutenden Leistungen der spanischen Schule unbekannt waren. Erkannte nur die Anfänge der hebräischen Grammatik von Menahem b.Sarnk und Dunasch, denen er sich als Führer anvertraute, Chajng

st Breithaupt hat einen Theil von Raschi's Commentar übersetzt. Gotha 1710.

2) Samuel b Me'ir (Nasolrburn) in seinem Pentateuch-Commentar zuGenesis, Kap. 37.

st Bergt, über den Stand der christlichen Exegese zu Raschi's Zeit: Schröck,christliche Kirchengeschichte Th. 28. S. 324 ff.

st Mose Danon theilt einen witzigen Vers darüber mit: 7,0212 'uars boxoiiS 121 u7ii:L'i->2 pm .i.ier'lch (bei Asular Lolrsin lrs, - Osäoliiir. lZsiräaood I 185). tZsir-l?orata soll einen Exegeten R. Joseph, Raschi'sUrenkel bedeuten, eher noch Joseph Bechor-Schor.