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Geschichte der Juden.
Düster und Niedrigkeit, Sklaven herrschen über uns. Babylon herrschteüber mich bis zu seinem Falle, es engten mich dann Rom, Jawanund Persien ein und zerstreuten mich, und nun reibt mich Jsmaelauf schon vierhundert und einundsechzig Jahre" (seit der Hegira 1069).Das waren wohl Jbn-G'ebirol's Schwauengesäuge. Seine letztenLebensjahre brachte er nach vielfacher Wanderung in Valencia zu,wo er, kaum fünfzig Jahre alt, starb (1069 oder 1070). Die Sageerzählt, ein arabischer Kunstgenosse habe ihn aus Neid auf seine treff-liche Sangesweise erschlagen und seine Leiche unter einem Feigenbäumeeingescharrt. Dieser Feigenbaum habe in Folge dessen einen außer-ordentlichen Blüthenschmuck gezeigt und die Aufmerksamkeit derVorübergehenden auf sich gezogen, bis die Unthat an dem edlenDichter entdeckt worden sei. Israel war der Feigenbaum, den Jbn-G'ebirol mit dem Safte der Poesie durchlräukt und dessen Blüthen-schmnck er gefördert hat.
In der Zeit als Spanien eine Fülle ausgezeichneter Persön-lichkeiten erzeugte, waren Frankreich und Deutschland arm an be-deutenden, schöpferischen Männern und die Geschichte der Indendieser Länder hat noch immer einen dürftigen Charakter. IhreExistenz war ihnen zwar nicht verkümmert, sie waren noch immerLandbesitzer, trieben Weinbau, Handwerke und Handel unbeschränkt,nur mußten sie an die Fürsten, in deren Gebiet sie wohnten, eine ArtJudensteuer zahlen *), Hin und wieder kamen auch Wohl Verfolgungenvor, wie zu Lyon (1049), wo die Juden erschlagen wurden, und ihreHabe an die Geistlichkeit übergingt). Die französischen Krieger,welche nach Spanien zogen, um einen Kreuzzug gegen die Moham-medaner zu eröffnen, tödteten unterwegs manchen unschuldigen Juden(1065); der Graf Berengar von Narbonne schützte bei dieser Gelegen-heit die Juden seiner Stadt b). Es ist belehrend, welche Umwandlungin der Stimmung gegen die Juden im elften Jahrhundert eintrat.Früher pflegten Geistliche den Pöbel gegen die Söhne Jsrael's zuHetzen, wie Avitus von Clermont, Agobard und Amolo von Lyon.In dieser Zeit dagegen schützten sie die Geistlichen vor der Wuth derverblendeten Mengest. Der Papst Alexander II. lobte sie dafür undwies auf die Aussprüche des Papstes Gregor I. hin, daß den Inden
st Responsa des Meir von Rothenburg Nr. 940 und 941; Vaisette, Histoirsäs UruAusäos II. p. 2l>0.
2> Menestrier, bistoirs sivils äs ln vills äs I^ou, S. 244.
st Uistoirs äs UnuZusäoe II, 214.
st So Gilbert Crepin, Abt von Westininstcr (1084— 1117) in seiner Schrift:^Itsros-tio äuänsi äs üäs sbrisbiaun, vergl. darüber Israel Levi: Oontro-vsrss sutrs um juit sb um ollrsbisu in Usvus äss Utuäss 1 V. p. 240.