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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jbn-G'ebirol's Tod.

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Sohn jenes Dichters Joseph Jbn-Chasdak, der mit Jbn-G'ebirol umdie Palme der Poesie rang (o. S. 43). Dieser Abu-FadhlChasdai (geb. um 1040) war ebenfalls Dichter, aber obwohl erauch das Hebräische verstand, so sang sein Mund doch nur arabischeLieder. Von ihm urtheilte ein arabischer Kunstrichter:Wenn Abn-Fadhl dichtete, glaubte man Zauberei wahrzunehmen; er reihte nichtVerse, sondern Wunder aneinander" *). Abu-Fadhl war ebenso aus-gezeichnet in anderen Wissenszweigen; er verstand Musik theoretischund praktisch. Seine Lieblingsbeschäftigung scheint indessen spekulativePhilosophie gewesen zu sein. Die glänzenden Eigenschaften seinesGeistes zogen die Augen des Herrschers von Saragossa auf sich, under wurde dessen Wesir (1066). Spätere arabische Geschichtsschreiberbehaupten, Abu-Fadhl sei zum Islam übergetreten, weil er sonstnicht die Wesirwürde hätte bekleiden können, und sie fügen hinzu, ersei aus leidenschaftlicher Liebe zu einem mohammedanischen Mädchenvom Judenthume abgefallen. Indessen ist nicht viel auf diese Nach-richten zu geben, da die jüdischen Quellen ihn als Juden aufführen ^),und es von den Arabern bekannt ist, daß sie aus Neid, eine aus-gezeichnete Persönlichkeit in den Reihen der Juden zu wissen, sie gernezum Apostaten stempelten.

Den Schluß des ersten rabbinischen Zeitalters bildet das Hin-scheiden des edlen philosophischen Dichters Salomo Jbn-G'ebirol.Sein verdüstertes Gemüth scheint durch die tragischen Vorgänge inGranada noch trüber gestimmt worden zu sein, sei es, daß er selbstzur Zeit des Gemetzels in Granada war, oder daß er auch aus derFerne den innigsten Antheil an dem Untergange Joseph's und vielerGlaubensgenossen nahm. Mit Joseph Jbn-Nagrela scheint er befreundetgewesen und von ihm unterstützt worden zu sein. Seine letzten Dich-tungen waren daher elegische Klänge über das harte Loos, dasIsrael von jeher traf:Warum herrscht der Sklave über Fürsten-söhne? Schon tausend Jahre dauert meine Verbannung, und ichgleiche dem heulenden Wüstenvogel. Wo bleibt der hohe Priester, derdas Ende mir erfrügel" (1068^). Im letzten Lebensjahre klagteSalomo Jbn-G'ebirol in derselben Weise:Unsere Jahre schwindenin Dürftigkeit und Elend, wir harren auf Licht, und uns ereilet

st Jbn-Chakan bei Munk, Uotios, S. 209, wo auch alles Uebrige überAbu-Fadhl zusammengestellt ist.

st Saadia Jbn-Danan in Ollsraäs. Osnusa x. 16a

st Jbn-G'ebirols liturgische Poesieen, das erste beginnend! 'lr- 1:2 wi»;das zweite minr wo 'ninnr>, worin die Zahl: muri pvin: o-wir- Hgi

der Hagira vorkommt.

Graetz, Geschichte der Juden. VI.

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