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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

im fünfunddreißigsten Lebensjahr (9. Tebet 30. December 1066 st.Auch fämmtliche Juden Grauada's, welche sich nicht durch die Fluchtgerettet hatten, traf die Wuth der aufgeregten Meuchelmörder. Ueber1500 jüdische Familien fanden an demselben Tage ihren Tod, undihre Häuser wurden zerstört st. Nur Wenige entgingen dem Gemetzel,darunter Joseph's Frau mit ihrem jungen Sohne Asaria, welche nachLucena entflohen. Diese hatten aber von den Reichthümern so wenigretten können, daß sie auf Kosten der Lucener Gemeinde unterhaltenwerden mußten. Joseph's bedeutende Büchersammlung wurde theilszerstört, theils verkauft. Die Trauer um die jüdischen MärtyrerGranada's und den edlen jüdischen Fürsten war groß. Selbst einarabischer Dichter, Jbn-Alfara, der Joseph beim Leben besungenhatte, weihte ihm ein Trauerlied, worin die Worte Vorkommen:Mirist die Treue Religion und diese befiehlt mir, für den Juden eineThräne zu weinen." Wegen dieser Thräne wurde der mohammedanischeDichter am Hofe des Königs von Almeria angeschwärzt, und dieserwurde gewarnt, ihm Gastfreundschaft zu gewähren. Der Fürst be-merkte aber dagegen:Dieser Dichter muß ein edles Herz haben, daßer einen Juden nach dessen Tode beweint hat; denn ich kenne Mos-lemin, die sich um ihre lebenden Glaubensgenossen wenig kümmern" st.

Der Aufstand gegen Joseph Jbn-Nagrela in Granada war dieerste Judenverfolgung auf der pyrenäischen Halbinsel seit der Herr-schaft des Islam. Sie scheint noch einige Zeit fortgedauert zuhaben. Denn die Juden des ganzen Königreichs Granada waren ge-zwungen, auszuwandern und ihre liegenden Güter zu verkaufen st. In-dessen hatte sie keine Folgen für die jüdischen Bewohner in anderenTheilen Spaniens st. Die Fürsten oder Könige der einzelnen Land-striche, welche sich nach dem Sturze des Chalifats von Cordova un-abhängig gemacht hatten, waren so gehässig und eifersüchtig aufeinander, daß die von einem derselben Verfolgten Schützlinge seinesGegners wurden. Die drei angesehenen Juden, welche aus Granadaausgewiesen worden waren (o. S. 15), wurden von dem AbbadidenAlmuthadid, König von Sevilla, freundlich ausgenommen. JosephJbn-Migasch I. erhielt von ihm einen hohen Posten. Der Königvon Saragossa Almuktadir Billah, ein Beförderer der Wissenschaftund Poesie, hatte ebenfalls einen jüdischen Wesir, Abu-Fadhl, einen

r) Vergl. Note 3. I.

2) Bei das. Abraham Jbn-Daud; Jbn-Verga Lobsdsb llsüuäs, dl o.5.

2) Almakkari bei Munk a. a. O. S. 10S f.

st Folgt aus AlfLßl Lösxouss. dlo. 131.

st Abraham Jbn-Daud.