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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Jbn-G'ebirol.

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verherrlichte Jbn-G'ebirol die heilige Sprache als die gottbegnadigte,in welcher Engelchöre täglich ihren Schöpfer Preisen, in welcher Gottdas sinaitische Gesetz offenbart, die Propheten geweissagt, die Psal-misten gesungen." Er tadelte seine Landsleute, die Saragossaner,die blinde Gemeinde", wegen ihrer Gleichgültigkeit gegen ein correctesHebräisch:Ein Theil von ihnen spricht Jdumäisch (Romanisch) undein anderer die Sprache Kedars" (Arabisch). Seine versificirte hebräischeGrammatik *) sollte Liebe für die Sprache der Bibel erwecken undeine Methode an die Hand geben, ihre Gesetze zu begreifen.

In Saragossa verfaßte Jbn-G'ebirol auch ein moralphilosophischesWerk (1045), das zwar nicht die Tiefe seiner späteren philosophischenArbeiten zeigt, aber doch merkwürdig genug ist wegen des eigenthüm-lichen Geistes, der darin weht, und der Vertrautheit, welche der nochkaum zum Manue herangereifte Verfasser mit den Meistern derPhilosophie bekundet. Neben Aussprüchen der heiligen Schriftenund ethischen Sentenzen aus dem Talmud verwebte Jbn-G'ebiroldarin Kernsprüche vondem göttlichen Sokrates", seinem Jünger Plato,von Aristoteles, arabischen Philosophen und besonders von einemjüdischen Moralphilosophen Alkuti (vielleicht Chefez Alkuti st. DieseSchriftzur Veredelung der seelischen Neigungen" ststellt ein eigenthümliches System der menschlichen Temperamente undLeidenschaften auf, zählt zwanzig Triebe und Neigungen, entsprechendden vier Gemüthsmischungen, multiplicirt mit den fünf Sinnen, undgiebt an, wie der Hang der Seele nach der einen Seite ins sittlicheGleichgewicht gebracht werden könne. Erstaunlich ist es, wie der jungeVerfasser einen so tiefen Einblick in die Seeleuzustände der Menschenund in die Weltverhältnisse haben konnte, als wenn er ihn aus der reifenErfahrung in einem vielbewegten, geschäftigen Leben gewonnen hätte!

Jbn-G'ebirol's moralphilosophische Schrift enthält hämisch geißelndeAnspielungen auf Persönlichkeiten der Saragossaner Gemeinde, die erwohl geflissentlich verletzen wollte, und die sich um so empfindlichergetroffen fühlen mußten, als er hinzufügte:Namen brauche ich nichtzu nennen, sie sind bekannt genug." Er schildert die Hochmüthigeu,die sich über ihre Genossen erheben, ihnen den Rücken zukehren, ihre

st Ein Theil des grammatischen Gedichtes ist abgedrnckt in Parchows Llnoli-ksrst und in Dukes Lollirs Lellslomo Nr. 55.

st Dieser Alkuti wird in Mose Jbn-Esrws Poetik als Verfasser einer gereimtenPhrase des Parapsalters genannt; vergl. Steinschneider, cksrvislr Icktsrnbursx. 101.

st Der arabische Titel: Islaell s.1-^,olilnl:, der hebräische llMllnn. Llickoblia-lilstssckb, das Original befindet sich in der Bodlejana; die hebräische Ueber-setzung von Jehuda Jbn-Tibbon ist oft abgedruckt. Die Jahreszahl ist im Ms.angegeben 4805 1045.