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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Samuel Nagid.

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Jbn-Alarif war erkrankt, und der König Habus war in Ver-zweiflung, was er ohne ihn in den verwickelten Verhältnissen, indenen er zu den Nachbarstaaten stand, anfangen sollte. Der sterbendeWesir verwies ihn aber ans seinen jüdischen Geheimschreiber, gestandihm, daß er seine gelungenen Operationen lediglich dessen weisen Ein-gebungen verdankte, und empfahl ihn Habus dringend zu seinemRathgeber. Der granadische König, der als Berber weniger Vor-urtheile gegen Juden hatte als die arabischen Muselmänner, nahmkeinen Anstand, Samuel Jbn-Nagrela mit der höchsten Würde alsseinen Staatsminister (Katib^) zu bekleiden und ihm die Leitung derdiplomatischen und militärischen Angelegenheiten anzuvertrauen (1027).Der Krämer von Malaga wohnte seitdem im königlichen Palaste, undder Talmudjünger R. Chanoch's hatte eine gewichtige Stimme in derPolitik der Pyrenäischen Halbinsel. Denn ein mohammedanischerKönig, der sich einen Wesir wählte, herrschte wohl und hatte despotischeLaunen, aber regierte nicht. Das war Sache seines Hauptministersder ihm dafür mit seinem Kopfe verantwortlich war. Samuel hattealso sein Glück zunächst seiner Feder zu verdanken und er feierte sieauch durch ein Sinngedicht^). Habus hatte seine Wahl nicht zubereuen. Sein Königreich gedieh unter der Hand des einsichtsvollenund thätigen jüdischen Staatsmannes. Die Launen des berberischen Königswußte Samuel zu beschäftigen und ihn für sich einzunehmen. Er ver-faßte auf ihn ein Lobgedicht in sieben Sprachen^), und nichts wareinem mohammedanischen Herrscher schmeichelhafter, als sich in kunst-reichen Versen verherrlicht zu sehen. Bei der moslemischen Bevölke-rung machte er sich durch sein bescheidenes Auftreten beliebt. MitGeduld ertrug er Widerwärtigkeiten. Er verband mit einem Hellenüberlegenen Geiste, mit sanften einnehmenden Manieren einen festenCharakter. Gewandt, klug, immer Herr seiner selbst, war Jbn-Nagrela stets von ausgesuchtester Höflichkeit, verstand die Umständezu benutzen und besaß die Gabe, seine Gegner zu entwaffnen. Un-geachtet seines lebhaften Geistes sprach er wenig, dachte dafür aberviel4). Jbn-Nagrela entwarf selbst mit Meisterhand das Bild eineswürdigen Herrschers, das sein Leitstern gewesen zu sein scheint.

*) Samuels Zeitgenosse Jbn-Ch'ajan bemerkt ausdrücklich, daß jener denTitel Katib führte, bei llistoirs äs l'7l.Irigus sb cks lltösMAirs in-

titrckös Ll-LLjuno-l-LIa.Alli'ib par Idn-^älluri I. introckuotion x. 84, 86.Vergl. daselbst llistoirs cks8 Llusulroans ä'ÜSMgiLS IV. 35 fg.

2) Jbn-Tibbon a. a. O.

o) Saadia Jbn-Danan im Ollsracks, 6-siruss,.

"fl So schildert ihn der mohammedanische Zeitgenosse Jbn-Ch'ajan bei vo^a. a. O. 97.