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Geschichte der Juden.
vier Sprachen, Wohl Lateinisch, Castilianisch und Berberisch. Ungleichden übrigen Juden, welche das Arabische meistens mit hebräischenSchriftzügen schrieben, war Jbn-Nagrela in der arabischen Schön-schrift Meister^), worauf die Araber damals einen besonderen Werthlegten. Seiner Sprachkenntniß und Kalligraphie verdankte er eine sohohe Stellung, wie sie kein Jude bis dahin seit dem Untergange desjüdischen Staates inne hatte.
Bürgerkriege und der Ehrgeiz der Statthalter (Emire) hattenden von den ommejadischen Chalifen geschaffenen Organismus desandalusisch-mohammedanischen Reiches in kleine Gebietsiheile zerstückelt.Es entstand in Andalusien nach dem Untergange der letzten Omme-jaden eine Kleinstaaterei ähnlich wie ehemals in Deutschland und Italien;die arabischen Geschichtsschreiber nennen daher die Regenten dieserZeit „die Könige der Zerrissenheit". Ein Stamm der Berber^), dieSinh agah, gründeten unter einem Häuptling Maksen ans derFamilie der Ziriden im südlichen Spanien ein eigenes Königreich(1020). Das von Juden reich bevölkerte Granada wurde Haupt-stadt dieses Königreichs und Malaga gehörte ebenfalls dazu. InMalaga hatte der Wesir des zweiten granadischen Königs Habus,mit Namen Abulkasim Jbn-Alarif, einen Palast neben SamuelsKramladen. Diese Nachbarschaft brachte dem kümmerlich lebendenjungen Gelehrten Glück, enthob ihn den beengenden Nahrnngssorgenund stellte ihn auf eine Höhe, die seiner Bedeutung entsprach. Einevertraute Sklavin des Wesirs, welche ihrem Herrn Bericht zu erstattenhatte, ließ sich nämlich regelmäßig die Briefe von ihrem Nachbar,dem jüdischen Krämer, schreiben. Die Briefe verriethen aber so vielsprachliche und kalligraphische Gewandtheit, daß der Wesir Jbn-Alarifbegierig war, den Schreiber kennen zu lernen. Als er dessen Namenerfuhr, ließ er Samuel zu sich rufen und bewog ihn, in seinen Dienstals Geheimschreiber zu treten (um 1025). Bald gewahrte Habus'Wesir, daß Jbn-Nagrela eben so tiefe politische Einsicht besaß wiegeschmackvollen arabischen Styl und zog ihn bei wichtigen Staats-angelegenheiten zu Rathe. Da nun Samnel's Rathschläge sich durchglückliche Erfolge als treffend bewährten, so unternahm der arabischeStaatsminister nichts ohne dessen Zustimmung. Samuel sollte baldnoch höher steigen.
Jehuda Jbn-Tibbon Mahnungsschreiben an seinen Sohn (sä. Berlin).
S. 4.
2) Juden und Araber nannten die Berbern Philister, weil sie glaubten,daß die von David geschlagenen Philister nach Afrika ausgewandert wären.Vergl. Abraham Jbn-Daud und Jbn-Alhakim bei äs Klans, llistoirs ässLsrdsrss, apxsnäios I. S. 3ül.