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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Samuel Nagid.

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Judäa, Babylonien und Nordafrika und mehrte das ererbte Gutfür die kommenden Geschlechter vielfältig. Als wenn Andalusien einjüdischer Staat wäre, suchten die flüchtigen Söhne des jüdisch-chazarischen Fürsten und die Söhne des letzten Exilarchensprößlingsdort Zuflucht und Ruhe. An der Spitze der spanischen Gemeindenstand ein Mann, der durch Weisheit, Tugend und Stellung denVorrang verdiente, Samuel Jbn-Nagrela (oder Nagdela), dererste in der Reihe der nachgaonäischen Lehrautoritäten. Er hat dasRabbinenthum zu einem idealen Glanze gebracht; einen würdigeren Ver-treter konnte es nicht finden. Samuel Jbn-Nagrela vereinigte in seinerPerson allein die verschiedenen Eigenschaften des Triumvirats, welchesden Ruhm des jüdischen Spanien begründet hat. Er war zugleichChasdai, der hochherzige, wissensfördernde Fürst, Mose ben Chanoch,der tiefe Talmudkundige, und Dunasch ben Labrat, der Dichter undGrammatiker.

Der Lebensgang des Samuel (Jsmael) Halevi Jbn-Na-grela war eigentümlich. Geboren in Cordova (993 *), wohin seinVater Joseph aus Merida nbersiedelt war, wurde er im Lehrhausedes R. Chanoch mit dem reichen und schwierigen Stoff des Talmudvertraut. In die Feinheiten der hebräischen Sprache weihte ihnJehuda Chajug, der Begründer der hebräischen Sprachknnde, ein.Für andere Wissensfächer und namentlich für das Arabische, das ersich mit großer Meisterschaft aneignete, bot ihm die andalnsischeHauptstadt, welche damals ans dem Höhepunkt der Cultur stand,Gelegenheit genug. Als zwanzigjähriger Jüngling mußte Samuelmit vielen Anderen wegen des erbitterten Bürgerkrieges Cordovaverlassen. Der berberische Häuptling Sulaiman, der im Kampfe mitden Arabern und der sclavonischen Leibwache der Chalifen Siegerüber dieselben geblieben war, zerstörte mit afrikanischer Wnth diePrachtgebäude der Hauptstadt, ließ Frauen und Töchter schänden undbrachte die reichsten Familien an den Bettelstab (April 1013). Dieangesehenen jüdischen Familien wanderten wegen solcher Drangsale nachGranada, Toledo und sogar nach dem entfernten Saragossa aus.Samuel Jbn-Nagrela ließ sich in der Hafenstadt Malaga nieder,man weiß nicht, ob mit oder ohne seine Eltern. Er lebte von einemkleinen Kram und betrieb dabei Talmud- und Sprachstudien. Erverstand nächst dem Hebräischen, Arabischen und Chaldäischen noch

fl Die Hauptguellen über denselben sind: Abraham Jbn-Daud und dieinteressanten Notizen von Mnnk in dessen biobias snr .^bonlvaliä (p 87 ff.),die ich hier zu Grunde lege. Nur für neue Thatsachen gebe ich Belege. Vergl.darüber andere Quellen Nr. 3 I.