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Geschichte der Juden.
ihn in den Kreis des Talmudstudiums ^). R. Nissim verfaßte einenSchlüssel zum Talmud (Ulaktvadi -), worin er kurze und dunkle Stellenim babylonischen Talmud theils aus dem jerusalemischen und theilsaus Parallelstelleu ergänzte und erläuterte. Nach den im „Schlüssel"aufgestellten Grundsätzen stellte er auch Entscheidungen für das Ritual-und Civilrecht zusammen in einem anderen Werke (Usxillat Lstariw).Ganz ähnliche Werke verfaßte auch R. Chauauel: eine Wort- undSacherklärung zum Talmud (ksrusdi) mit Rücksichtnahme auf denjerusalemischen und praktische Entscheidungen (Ulilrrwcit verf. 1038).
Beide verfaßten auch Commentarien zum Pentateuch, R. Cha-nanel auch zu den übrigen heiligen Schriften. Beide huldigten jenervon Saadia ungebahnten Richtung der vernunftgemäßen Auffassung,vermöge welcher sie allzuderbe Wunder und anstößige agadische Aus-sprüche umdeuteten ^). Diese zwei Autoritäten standen mit Babylonienund Spanien in lebhafter Verbindung, bildeten die Mittelgliederzwischen Beiden und erlebten das völlige Erlöschen des Gaonats undden ausgehenden Glanz der andalusischeu Gemeinden. R. Chananelstarb ohne männliche Nachkommen und hiuterließ sein reiches Ver-mögen neun Töchtern. Auch R. Nissim hatte keinen Sohn, der seinAmt hätte fortsetzen können, aber mehrere Jünger, sogar aus Spanien^),die zu seinen Füßen saßen. Nach dem Tode dieser beiden afrikanischenAutoritäten war die kairuanische Schule ganz bedeutungslos^). Einerihrer Jünger ans der neuerbauten zauatischeu Hauptstadt Kalah Jbn-Hammad O) wurde später eine talmudische Größe, verdankte aber seinenRuhm lediglich seiner Uebersiedelung nach Spanien.
Das jüdische Spanien übernahm also die ganze Erbschaft von
Daß sich R. Nissim mit Jeruschalmi beschäftigte, hat Rapaport in derBiographie nachgewiesen (Note 17). Aber auch R. Chananel that dasselbe.Vgl. Orient. Litbl., Jahrg. 1850, Nr. 16. Rapaport's Untersuchungen überR. Chananel und Nissim liegen meiner Darstellung zu Grunde. Nur zweiResultate derselben haben sich nicht bestätigt. Das Lstsr-Obsts? gehört nichtR. Chananel, sondern einem R. Chefez an (Orient. Jahrg. 1840. S. 110, 247),und der kairuanische N. Nissim ist nicht der Verfasser der lllaasdot, sondernein späterer Enkel des Asketen R. Ascher b. Meschullam aus dem dreizehntenJahrhundert. Reifmann, Orient, Jahrg. 1841 Ltbl. S. 617.
2) Zum Theil herausgegeben von Goldenthal. Wien 1847.o) Zu den von Rapaport gegebenen Belegen kommt noch hinzu N. Nissim'sResponsum in Heilberg's Mts dlaaruanära. S. lös. Der mystische Schlußdarin, der an Jbn-Esra und die Kabbalisten erinnert, ist sicherlich interpolirt.
R. Nissim's Ulattss-dr sä. Goldenthal p. 4 a. und 25 a.b) Abraham Jbn-Daud.
") Bergl. über diese Stadt (erbaut 1007 — 8) äs 8Isms Idu-Llluläounllistoirs äss lZsrbsrss II. 43.