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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Geschichte der Juden.

Die Hochschule scheint nach seinem Tod nicht einmal den Versuchgemacht zu haben, sich fortzusetzen. Die Zeiten waren dem Gaonatenach allen Seiten hin ungünstig, und es vermochte sich mit allerKraftanstrengung nicht zu behaupten. Als R. Hai starb (20. Nissan 28. März 1038^), von der Gesammtjudeuheit betrauert und vondem größten Dichter der Zeit Jbn-G'ebirol sowie von seinem afrika-nischen Verehrer R. Chananel in Versen verherrlicht^), hatte auch dieletzte Stunde der pumbaditanischen Hochschule geschlagen. Zwarwählte das Collegium sofort einen Nachfolger in einem Manne,welcher beide Würden, das Gaonat und Exilarchat, in sich vereinigte,aber gewissermaßen nur damit beide in einer Person zu Grabe ge-tragen werden sollten. Chiskija^), Urenkel jenes streitsüchtigenExilarchen David den Sakkal, wurde zum Schulhaupte ernannt. Aberder Glanz, den man sich von ihm versprochen haben mochte, konntesich nicht zeigen. Chiskija hatte boshafte Feinde, die ihm seine Rang-erhöhung mißgönnten. Sie verläumdeten ihn bei Hofe, man weißnicht aus welchem Grunde oder unter welchem Vorwände. DerInhaber der Politischen Gewalt im morgenländischen Chalifate wardamals der Bujide G'elal Addaulah, der dem Schattenchalifeuden TitelKönig der Könige" und die Einnahmen von Christen undJuden abgetrotzt hatte. Dieser Großsultan mochte die gerechte oderungerechte Anklage gegen Chiskija benutzt haben, um sich zu bereichern.Der letzte Exilsfürst wurde in den Kerker geworfen, gefoltert, wahr-scheinlich um seine Schätze anzugeben, aller Güter beraubt und zu-letzt hingerichtet st040^). Das Gaonat starb unter der Folterqualvon Seiten des ohnmächtigen Chalifats. Babylonien hatte seine Rollein der jüdischen Geschichte hiermit ausgespielt und sank eine Zeitlaugzur völligen Bedeutungslosigkeit herab. Chiskija's zwei Söhne, aufdie ebenfalls gefahndet wurde, entflohen, irrten lauge umher undfanden erst Rast in Spanien, wo sie als die letzten Sprößlinge desDavidischen Hauses geehrt wurden und sich unter dem Namen Jbn-Daudi der friedlichen Beschäftigung mit den Musen Hingaben^).

Auch Nordafrika, das unter Isaak Israeli, Dnnasch b. Tamimund dem eiugewauderten R. Chuschiel eine kurze Blüthezeit feierte,hatte in der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts seine letzten Auto-

fl Das.

") Die zwei Elegieen auf R. Hai in Edelmann's Ollsmäs, Osuusa x. XVI.und Rapaport Biographie des R. Chananel in Bikkure Ha-Jttim Jahrg. XI,x. 37 f. Graetz, hebr. Blumenlese S. 48.

3) Vgl. Bd. V- 2 , S. 428. Rsvas ciss lAuäss suivss VIII. 125.

fl Abraham Jbn-Daud. fl Das.