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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Hai Gaon und R. Samuel b. Chofni. 7

Hauptvertreter des Judenthums. Man nannte ihnden VaterIsraels". Da das Exilarchat seit dem Tode des Enkels von Davidb. Sakkai erloschen war (V.^ S. 299), so bildete R. Hai die Spitzedes Judenthums, und es konnte durch keinen Besseren vertreten werden.Ungleich den früheren pumbaditanischen Gaonen, die mit scheelen Augenauf das Bestehen der Schwesterakademie blickten, ungleich seinemVater, der eine Art Schadenfreude darüber empfand, daß Snra ohneOberhaupt war, trug R. Hai, wie es scheint, selbst dazu bei, ihreinen gaonischen Vertreter zu geben. In Snra fungirte nämlichwährend dessen Gaonat R. Samuel b. Chofni,R. Hai's Schwieger-vater und ihm ebenbürtig an Kenntnissen und Tugenden. Er verfaßtemehrere Werke über Ritualien in systematischer Ordnung, commentirteden Pentateuch und philosophirte gleich den Mutaziliten über dieEinheit Gottes. Sein pentateuchischer Commentar wird zwar nichtsehr gerühmt; er war nach Art der karäischen Erläuterungen weit-läufig angelegt und enthielt Untersuchungen über Gegenstände, die garnicht zur Sache gehören. Aber mag auch seine exegetische Leistungkeinen Fortschritt bezeichnen, so ist doch die Thatsache nicht geringanzuschlagen, daß die Gaonen die von Saadia vorgezeichnete Bahn,das Judenthum in wissenschaftliche Form zu bringen, verfolgten.Samuel b. Chofui blieb der vernunftgemäßen Richtung treu, dasscheinbar Uebernatürliche in der biblischen Erzählung in den Kreisdes Natürlichen zu ziehen, sogar im Widerspruche mit der talmudischenAuffassung. Die Erscheinung des Propheten Samuel, durch dieZauberin von Endor heraufbeschworen, und die Erzählung vonBileam's Eselin erklärte er als eine Tranmerscheinung^). Auch gegendas Karäerthum richtete er Angriffe, wie Saadia es gethan, wie dennüberhaupt in der letzten Stunde des Gaonats noch ein heftiger Feder-krieg zwischen Rabbaniten und Karäern ausbrach. Der Inhalt seinerPolemik ist nicht bekannt. Gegen Samuel schleuderte ein zeitgenössischerKaräer Israel ben Daniel Jskandri (Dajan) hebräische Epigramme,welche aber ohne poetischen Reiz und überhaupt ohne Werth sind^). Von S. ben Chofni's Wirsamkeit ist sonst nichts bekannt; er starbvier Jahre vor seinem Schwiegersöhne R. Hai (1034^) und schloßdie Reihe der suranischen Gaonen.

st Vergl. W. Bacher, läs oornrasirbairs äs Laransl Ilm-Hokni. Rsvusäss Ilbuäss srüvss N. XV. p. 277 ff. L. XVI. p. 106 st.

2> Vergl. darüber Rapaport, Biographie des R. Hai. Note 8.

2) Bei Pinsker Likuts Note XI. S. 174 ff.st Abraham Jbn-Daud.