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6 (1894) Geschichte der Juden vom Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027) bis Maimunis Tod
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Hai Gcwn.

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Werk hat er wohl nicht verfaßt. Gleich dem Gaon aus Fajum warHai frei von jener engherzigen Ausschließlichkeit, welche die Wahrheitnur im eigenen Religionskreise finden will und außerhalb desselbennur Unwahrheit sieht. Er war mit dem geistlichen Oberhaupt dermorgenländischen Christen von Bagdad befreundet, und als er inseinen exegetischen Bortrügen auf eine Schwierigkeit stieß, scheute eres nicht, bei dem damaligen Katholikos (Mar-Elia I.) anzufragen, derihm auch bereitwillig aus seiner syrischen (Übersetzung Auskunftertheilte. Einer seiner Zuhörer, der aus Sicilien nach Pumbaditagekommen war, um an der Quelle talmudische Weisheit zu schöpfen,Mazliach Jbn-Al-Bazak, konnte sein Erstaunen über diesenfreundlichen Verkehr zwischen dem Gaon und dem Katholikos undüber die Autorität, welche jener diesem einräumte, nicht zurückhalten.Darauf bedeutete ihm R. Hai: Nach der talmudischen Lehre sei derJude verpflichtet, die Wahrheit von Jedermann anzunehmen ^). ZurErklärung seltener und veralteter Wörter in der Bibel nahm R. Haiohne Scheu den Koran und die alten Traditionen der Mohammedanerzu Hilfe, um ihre Bedeutung festzustellen"). Er war überhaupt einvorurtheilsloser Weiser, der das Licht und nicht die Finsterniß liebte.Er disputirte öfter mit mohammedanischen Theologen über das Ver-hältniß des Judenthums zum Islam und soll sie vermöge seinerRednergabe zum Schweigen gebracht haben ^). Seine starke Seitewar indessen der Talmud und darin glich er seinem Vater Scherira,nur hat er darin mehr als sein Vorgänger geleistet. Er verfaßteeinen ganz knappen worterklärenden Commentar zu dem schwierigstenTheil der Mischna und des Talmud. Das talmudische Civilrechtüber Verträge, Darlehn, Grenzbestimmungen, Eide behandelt R. Haimit systematischem Geiste^), wie noch keiner vor ihm, und er wurdedadurch Muster und Autorität für Spätere.

Metaphysische Forschung war aber seine Sache nicht, obwohl erauch für die Gotteseinheit geschrieben hat^). Aber obwohl R. Hainicht Philosoph von Fach war, hatte er doch gesunde Ansichten überden Werth des mystischen Wahnglaubens, dessen verdüsternder Nebel-st Sendschreiben des Mazliach an Samuel Nagid, citirt von Mose Jbn-Esra in dessen (handschriftlicher) Poetik und von Joseph Jbn-Aknin in dessenCommentar zum Hohenlied (ebenfalls Ms.), mitgetheilt in Ersch und Gruber'sEncyclopädie 8so. II. Theil 31 S. 56 Note 86; vergl. Zeitschrift d. deutsch,morgen!. Gesellschaft Jahrg. 1858 S. 373.

2) Note 2. st Das.

st Rapaport Biographie des Hai Gaon in Bikkure Ha-Jttim. Jahrg. X.

st Vergl. die Notiz bei Llunlr, Auicls äss sZarss I. x. 162.

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