Druckschrift 
5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
Entstehung
Seite
474
Einzelbild herunterladen
 

474

Geschichte der Juden.

der franz'osochen Gemeinde in dieser Zeit daraus machen (Zunz und Andere),haben gar keinen Anhaltspunkt dafür, da Wilken's Bericht auf Glaber basirt,und dieser, wie wir gesehen, von einer Verfolgung der Juden psr ordsru uiri-vsrsuru, oder in ordo L,oius.no spricht.

Allein die Verfolgung, über welche R' Gerschom und Simon b. Isaakklagten, ging sie näher an; sie traf ihre eigene Gemeinde. Die Qnedlinburgi-schen Annalen rcferircn von einer Austreibung der Juden aus Mainz imJahre 1012, bei Pertz mouuirrsiitg. dsrursuiss II. 81: 1012 sxxulsiochuäasorurn laota sst s. rsZs (Usuriso) tu ihlo^uritig.. Also inMainz selbst, wo R' Gerschom und R' Simon lehrten, war eine Judenverfol-gung, ausgegangen von dem Kaiser Heinrich II., den die Kirche heilig ge-svrochen hat. Es war aber, wie die Klagen der zwei genannten Selichot-Dichtsr bezeugen, nicht bloß eine Verbannung aus Mainz, sondern ein Zwangzur Taufe. Die Thatsache wird auch von einer andern Seite bestätigt. Ineinem handschriftlichen Memorbuche der Mainzer Gemeinde, das ein Syna-gogenfunktionär im Jahre 1206 aus einer ältern Schrift copirt hat (im Besitzdes Herrn Carmoly, dessen Gefälligkeit ich die folgende Notiz verdanke), werden(S. 44) Namen frommer Märtyrer dem Gedächtniß geweiht, und zwar im An-fänge: N'n.ir' 21 V 12 11'21 . III'U ch 22 i nrr :22 1112,21 1>2 u, 22 ' 211 . 11:21 i: 2 iL' 12.o-i'i: i '^21 i'i'i,2i ii2>' nr-v' iiiri zipuw 'i .i'iir,2i2 iii:

1 M 11'22 1 ^ 12.1 U'p 1 M 121 I.eir' 12 - 21 . Es waren also in R' Simon'sZeit Verfolgungen in der Mainzer Gemeinde, und derselbe hat sich bemüht, sieeinstellen zu lassen. Erinnern wir uns, daß die Quelle bei Salomon Lnriaihn als Reichen schildert. Aus der Notiz der Quedlinburgischen Annalen istdas Datum der Verbannung der Inden aus Mainz von Seiten Heinrich's II.angegeben: 1012. Wenn dieses Datum richtig ist, so hat die Verfolgung nichtallzulange gedauert. Denn am 16. 8elrs1,st 30. Januar 1013 ließ R' Ger-schom seiner Frau Bona eine Urkunde in Mainz ausstellen, daß ihr ihreLstuds.1i abhanden gekommen ist (Lsrsru Odsmsä a. a. O.). ,-ui- i ">2

11 212-12 '1 chk N,1>2 nrri22 nii'iri piui nrirni N2-V2i "2--2-1 »1 11-2- 121-2-1 nii-i in 'i or n:i 2 .i 2 Li nri 1 : 21 p >2 n.i.n-n . 12-22 nrn i:en 121 .-< 2 : 21,22 i>- im-Ir: n, 2-112 .-r:-iin ii 2.12121 N 2 -P 21 221 m . 121.12 12 L- .1111 n 12 -. 11 . Also im Anfangdes Jahres 1013 waren bereits wieder die Juden in Mainz. Man könntevermuthen, daß R' Gerschom's Frau das Instrument ihrer Ehepakten währendder Verbannung verloren hat, und daß er darum bei der Rückkehr nach Mainzihr ein neues ausstellen ließ. Jedenfalls ist die Verfolgung der Juden inMainz und wohl auch in andern Städten Deutschland's unter Heinrich II.historisch gesichert').

') Von derselben Verfolgung in Mainz spricht höchst wahrscheinlich auchdas Responsum des Meschullam b. Kalönymos an denselben Simon b. Isaak(in Lssx. 6-souiui. 6s.sss1 Nr. 61). Der Respondent fleht:Gott mögedie Leiden von uns, unfern Brüdern und den.Genossen unserer Gemeindeabwenden", unserer Gemeinde, d. h. der Gemeinde, welcher sowohl Meschullam,als auch Simon b. I. angehörte, d. h. Mainz. Der Passus lautet: 12 ciie-.u

V.2112 N1.1I -21,222 21122 '1)1 UN '2 -2-212 MIL' >121 POL' - §212' §2 P>-12» '11 21,2-212,2

2W2 1212221 1212111 11122 12-2.1,2 '22,21 U'1M21 1222 11N12-11 .1121 1-^2 1:2 2'11' ll'21.1

i'ioi. Die unverständlichen zwei Wörter: - 21,222 21-02 müssen wohl gelesenwerden: - 2 -, 22 - 211 . 12 , in der Gegend von Zalkona. - 2 -, 22 --- oder 121 , 2 ir istnämlich eine Ortschaft in Catalonien und wird auch in Lvaslr Irs.-Ls.o1rs. er-wähnt neben Solsona (p. 66): 11-21 iip- i 2 ipinri 1212 - 212 - > 221 - 2 ^- 2 . 1 . Die