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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

21 .

Chasdai l». Isaak Ikn-Zchaprut. Die vier gefangenen Talunidisten-Uathan der Babylonier.

I.

Die vortreffliche Monographie des friihverstorbenen Autors Philoxeno'sLuzzatto, Hoties sur ^.bou-äousoul Ossäsi-ibrr-Olisproub (Paris I8L2) hatdie Biographie dieses jüdischen Staatsmannes nach den Quellen und mit glück-lichen Combinationen so erschöpfend behandelt, daß nur wenig Nachlese bleibt.Nur in Betreff zweier Punkte hat meine Forschung ein anderes Resultat er-geben. Der eine Punkt betrifft den Beginn von Chasdai's Carriereund der andere dessen Lebensende.

1> Der Beginn. PH. Luzzatto geht dabei von Jbn - G'olg'ols Relationaus. daß Chasdai erst durch seinen Eifer, die dunkeln Partien des griechischenDioskorides ins Arabische zu übersetzen, sich die Gunst des Chalifen Abdul-Rahmann's III. Annasir erworben Habs. Der Dioskorides wurde diesemChalifen vom byzantinischen Kaiser Constantinus VIII. Porphyrogenetus.dein Sohne des Basilius Macedo, mit andern Geschenken durch eine Gesandt-schaft im Jahre 949 zugeschickt. Da aber Dioskorides' Schrift über die ein-fachen Medicamente den Arabern ein versiegeltes Buch war. so bat sich derChalife einen Mann aus, der des Lateinischen kundig sei. Der byzantinischeKaiser sandte hierauf den Mönch Nicolas, der das Griechische für Chasdai insLateinische und dieser wiederum die lateinische Version ins Arabische übersetzte.Der Zeitpunkt, in welchem die Uebersetzung angefertigt wurde, ist zivar nichtbekannt, fällt aber jedenfalls, wenn man die Rückreise der byzantinischen Ge-sandtschaft, die Absendung des Mönches Nicolas und das Geschäft der Ueber-fetzung berücksichtigt, mehrere Jahre nach 949. Folglich begann Chasdai'sCarriere bei dem Chalifen erst im Anfang der fünfziger Jahre des zehntenJahrhunderts. So ungefähr stellt es Luzzatto dar. Er ging aber dabei vonde Sacy's Uebersetzung der Stelle bei Jbn-G'olgol aus, deren Points im Ori-ginal lautet: zürnen 12 p -ft.vn 'in in ".n.i'i zv, welche de Sacy (in

dessen Ossorrpbioii äs i'IÜA^pbs pur i4däs.1is.til p. 496) so wiedergiebt:äaiis 1s, vus äss's.tbirsr Is, bsvsur äu priiios ^.Iiäsrrslimsn tllssäa .1ftsn Osoiiroub l'Isrsslibs msbbsib bssuvoup ä'sräsur). Die Stelle läßtaber auch einen andern Sinn zu.In Rücksicht des Nahestehens beidem Chalifen", d. h. weil Chasdai dem Chalifen früher nahestand, war ereifrig, die Uebersetzung zu Stande zu bringen. So saßt sie Gayangos auf(in dessen ftisbor^ ob bUs maliomvbs.li ä^iissbiss in 8ps.iii ^.ppsuäixp. HV.s: iimoriA bkioss vlio oviuA bo blis SLbssm, in vftioli bks^vors Iislä I>^ biis Llislil, soulä ad s.n^ bims Ao bo tks ps.Is.ss smlsnisr blis liftrsr^, vas Ossäa^ iim Lsslirub blis Israslibs. Es scheint,daß Gayangos einen andern Text des Jbn-Golgol benutzt hat. Nach derde Sacy'schen Auffassung hätte Chasdai's Stellung bei Hofe erst in Folgeder Uebersetzung begonnen und wäre demnach später eingetreten. Nach Gayangos'Auffassung dagegen hätte er schon vor der Uebersetzung eine Stellung ein-genommen.

Hätten wir bloß diese einzige Notiz zur Bestimmung des Datums vonChasdai's Ehrenstellung, so wäre es allerdings zweifelhaft. Allein cs giebtvollgültige Beweise, daß Chasdai bereits zur Zeit der byzantinischen Ge-