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Geschichte der Juden.
als Religionsquells und als Waffe gegen den Rabbanismus zu benutzen. Inder ersten Halite des 10. Jahrhunderts -waren nur noch etwa 20 Personen vonden Jsawiten in Damaskus übrig. — Von ihrem Religionssystem ist nur wenigbekannt, jeooch missen wir, daß trotzdem Abu Jsa die Rabbinen sehr hochschätzteund sie mit den Propheten zu vergleichen pflegte, er dennoch manche Gesetzes-bestimmungen den Sadducäcrn entlehnte. Auch erkannte er die volle Berech-tigung des Christenthums für die christlichen Nationen und des Islams für.diemuhammedanischen Nationen an und empfahl sogar den Seinigen die Lektüredes Evangelium und des Korans nebst ihren Commentaren. Auch verbot er-den Gebrauch des Fleisches und des Weines, solange Israel sich im Exilebefinde. Alles dieses, wie auch die mildere Ausfassung vom Islam, wurdeauch von Anan anerkannt: wahrscheinlich nahm er auch (wie Schahrastaui I, 167und Makrizi x. 108 berichten) die Person Jesu (aber nicht das Christenthnm)in Schutz, da Jesus doch auch im Koran als Prophet angesehen wird. VomFleische gestattete er bloß Geflügel, mit Ausnahme der Hühner, und den Hirsch.
Die Secte der Judghaniten verdankte ihre Entstehung einem gewissenJudghan, der vielleicht Jehuda geheißen und von seiner Parthei mit den,Titel (der Hirt, nicht der Rufer, Missionär) belegt wurde. Er
blühte 30 — 40 Jahre vor Anan. Er war Schüler des Abu-Jsa und ging inseinen Fußtapfen, indem er sich ebenfalls als Propheten und Messias ausgab,wahrscheinlich als gesetzlicher Nachfolger seines Lehrers. Seine Anhängerglaubten gleichfalls, daß er nochmals erscheinen und seine Mission vollziehe»wird. Nach Anan's Auftreten verschwand allmählich auch diese Secte, und im10. Jahrhundert lebten die letzten dieser Sectirer in Jspahan. — Die Ge-setzeslehre dieses Judghan war zumeist ähulich der seines Lehrers; auch erverbot den Genuß des Weines und des Fleisches. Außerdem befahl er Eifrig-keit im Beten und Fasten, was in der ersten Epoche des Karäerthums auchbeobachtet wurde. (S. unten.) In Betreff des Sabbats und der Feiertageaber behauptete Judghan rationalistisch, daß.sie nur für Palästina zur Zeitdes Tempels obligatorisch waren, nachher aber die Gesetzeskraft verloren habenund als bloßes Andenken zu betrachten seien. Auch diese ketzerische Meinung,welche spätere Karäer perhorrescirten, theiltcn mehrere Karäer noch im 10. Jahr-hunderte.
5.
Außer den Entlehnungen von den genannten Secten ließen Anan und dieälteren Karäer auch viele rabbiuische Gesetze und Institutionen bestehen, zumeistaber mit großer oder geringer Aenderung. So z. B. befahl Anan das Gebetin einem besonders dazu bestimmten Lokal zu verrichten, das aber nichtSynagoge, sondern Hof (irn) von ihm benannt wurde, vielleicht aus I Reg.8,64 sich berufend, wo nach dem Gebete Salomo's irn.i qm au qi-o.n steht:statt des rabbinischen Schaltmonats ->iu führte er uow ein; das ungesäuerteBrod, welches die Rabbaniten zwar einfach, ohne Gewürze, aber aus jederbeliebigen Getreideart zu verfertigen erlauben, mußte nach Anan unbedingtaus Gerste bereitet werden; die im Talmud bei der Kinderbeschneidung er-wähnten Compresse und Pflaster lzum Stillen des Blutes) verwandelt er inein unabänderliches Gesetz, ohne dessen Beobachtung die Beschneidung ungiltigsei, auch müßte letztere schlechterdings mit der Schecre vollzogen werden; denrabbinischen Esther-Fasttag übertrug er vom 13. Adar auf den 14. und 15.dieses Monats, d. h. aus die Purim-Feiertage; statt des einmaligen Citirensdes o-' beim Morgengebete, ordnete Anan noch ein zweites ->'e- an