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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

3.

Abgesehen von allen diesen Zeugnissen, deren historischer Werth dochkeineswegs gering anzuschlagen ist, ist auch die Uebereinstimmung beider Sectenin mehreren gesetzlichen Punkten, wie dies namentlich von Geiger mehrfachhervorgehoben worden ist, unmöglich anders als durch Entlehnung der späterenSecte (Karäer) von der altern (Sadducäer) zu erklären, denn von einem bloßenZufalle kann bei einem solchen mehrfachen Zusammentreffen nicht die Redesein. Auch die Annahme Rapoports und des seligen PH, Frankl nach ibm, dieKaräer hätten aus dem Talmud die sadducäischen Tifferenzpunkte mit denPharisäern hervorgesucht und aus Opposition angenommen ist für das ältereStadium des Karäismus, wo von einem aus talmudischen Quellen zusammen-gelesenen und sabricirten Stammbaume und anderen Contrafaktionen nochkeine Spuren vorhanden sind, ganz unwahrscheinlich. Zudem findet die Ueber-einstimmung auch mit solchen sadducäischen Lehrmeinungen statt, die nicht ausdem Talmud, sondern aus Josephus und anderen Quellen uns bekannt sind,oder erst durch historische und logische Beweise erschlossen werden. Auch brauchenwir gar nicht zu einer solchen fernliegenden Vermuthung Zuflucht zu nehmen,wie dies unten nachgewissen werden wird. Es lag auch offenbar im Interessedes Heräsiarchen und seiner Lehre an eine alte Autorität anzuknüpfen, undzwar an eine solche, deren Losung er auch auf sein Banner schrieb, nämlich:das Festhalten an dem geschriebenen Worte der Schrift und dis Mißachtungder traditionellen Institutionen, da auch von den Sadducäern dieses Prinzipvorausgesetzt wird, wie das w wir, copuriL' iai zeigt, (vgl. auch die Defi-nition des Sadducäismus bei Makrizi x, 105, der aus einer karäischen Quelleschöpfte), wenn auch weder die letzteren, noch Anan und seine Nachfolgerdieses Prinzip conseguent durchzuführen im Stande waren. Oben wurdeschon bemerkt, daß die Annahme, Anan habe die sadducäischen Lehrmeinungenaus dem Talmud hervorgesucht und zusammengestellt, unzulässig ist. Esmußte also eine andere Quelle für die Ansichten der Sadducäer gegebenhaben. Wir haben neulich wirklich zwei karäische Zeugnisse aufgefundenvon der Existenz einer dem 2aääc>Ic zugeschriebenen Schrift noch bis imIO. Jahrhundert: Ja'kub Kirkisani, der im Jahre 937 sein imm7n mirschrieb, sagt nämlich über Zad.dok (als Fortsetzung des oben angeführtenSatzes): IM -ca L.i'ip pmoiM :ir> ',2 iw i.iru nauno fivmf pii

I.i: 1NM '2> w ILL^M i.i'7 'i>p -ch'i bnp N2M: ui'bi iixp U22 'L- '7p Lp'

i.2p7u 'bp no.iowpL ibi 'bp ii.iox iML imim .Iran: i7L»7 iv'ii.1.

(Zaddok verfaßte eine Schrift, worin er die Nabbaniten sehr schmähte undviele Einwürfe gegen sie erhob; nur brachte er für seine Behauptungen keineBeweise bei, sondern trug alles in Form einer Erzählung (oder: einer Tradition)vor, nur in einem Falle zog er einen Beweis heran, nämlich beim Verboteder Nichte, bei welcher Gelegenheit er sich des Analogieschlusses von der Tanteund Base bediente). Das zweite Citat befindet sich in einem arabischen Com-mentare zum Exodus, der handschriftlich in der St. Petersburger kaiserlichenöffentlichen Bibliothek vorhanden ist, und entweder Sahl ben Mazliach(schrieb um 950 960) oder einen andern Karäer des tO. Jahrhunderts zumVerfasser hat. (Siehe meine Studien und Mittheilungen V, 225. Die Original-Quelle war wahrscheinlich die Streitschrift des Karäers rrwr> p gegen Saadia;vergl. Pinsker II, 95.) Da heißt es: i'pos b:pw mi.ii» wi> 2 ' »vipy» in- ipe

i'piipim L,1L L»77» PL rp.ipco, L'i'L! p:ip .1.17 PL lii L.1L72 w LLvi» 1»L s'lll'simPML1M 'ip ».11LM »'2M PI1P LiL w IM -chll, iilb» »1.1 i^LI »LL> >2- »i'-> L'il