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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Note 14.

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Bei dieser Ungewißheit kommen uns externe Quellen, welche von einem Pseudo-messias in den zwanziger Jahren des achten Jahrhunderts sprechen und zumTheil auch seinen Namen nennen, sehr zu Statten.

1) Die älteste Quelle, welche darüber berichtet, ist zugleich die ausführlichsteund authentische, weil sie von einem Zeitgenossen herrührt. Isidor Pacensisschrieb seine Chronik um 750, seine Zeitangabe und andere Umstände habendaher volle Glaubwürdigkeit. Er erzählt: In der Zeit des arabischen StatthaltersAnbisa sind die Juden Spaniens von einem Pseudomessias, Namens S erenus,verführt worden. Sie ließen ihre Güter in Spanien in Stich, um sich zu dem-selben zu begeben. Der Statthalter Anbisa ließ hierauf ihre Güter für denFiskus einziehen. Die Stelle lautet im Original: Kusus tsruxors (in. ssrsNsrtvruiu 759, suuo Lsouis sssuuäo, ^rsduru 103) äuässo tsubsti suut,sillut .ss.ru in Idisoäosü ruiuoris tusrsut, s guoäsru äuässo suub ssäusti,gut ob psr sutlxlirsslu uoiusu Lsrsuus ssslxlsus, uubilio srrorssos iuvssit, Nsssisrugus ss prssäiosus, illos tsrrsru rsxroruissiouisvolsri suuutist, stgus oiuuis c^uss possiäsdsull ut suaibtsrsut iiupsrst.<^uo Issto iususs st vsoui rsrusussruub. 8sä udi live. ^.rudirsiu xsrvsuit,

oruuis <guss sruissrsub, üsoo säsosist.- 8srsuu.ru. ss souvosst

viruiu, si Llsssiss ssss, <guss äsi tsssrs ooZitsrst. (Okrouioou IsiäoriLsssusis in Llorsr: Lsxsns ssZrsäs d. VIII. p. 298). Llors^ bemerkt, echabe diese Stelle aus einem seltenen Codex copirt. (Der letzte Satz, der un-verständlich ist, setzt eine Lücke voraus. Denn nicht Anbisa, sondern ein Chalifehat den Pseudomessias vor sich geladen). Aus Jsidor's Nachricht erfahren wirdie Zeit und den Namen dieses Pseudomessias genau. Zwar herrscht unter dendreifachen Datums-Angaben einige Differenz. Das Jahr 759 der Aera entsprichtdem Jahre 72l, indem man davon 38 Jahre abziehen muß. Das Jahr 103der Hegira entspricht dem Jahre 721 22, aber das zweite Jahr Leon's ist dasJahr 719, indem er 717 zu regieren anfing. Jndeß kann sich Jsioor in denRegierungsjahren der Kaiser geirrt haben. Jedenfalls ist dieser Pseudo-messias während der Funktionszeit Natronai's I. aufgetreten.Der Name lautet bei Isidor ganz unzweideutig Serenus, weil er einenschlechten Witz macht mit der Bedeutung des lateinischen Wortes 8srsuusheiterer Himmel" und psr sutäplirssiu uudilio srrorsfinsterer Jrrthum".Serenus ist aber das Hebräisch geschriebene unn mit lateinischer Endung.

2) Dasselbe berichtet Conde (in seiner Iristoris äs 1s äoruiussiou äs los^.rsdss su Lsp>sos 1. I. x. 39) aus einer arabischen Quelle. DieserBericht fügt neue Umstände hinzu. Die Juden Spanien's empörten sich, weilihnen eine Nachricht zukam, daß in Syrien ein Betrüger Zonoria austrat,welcher sich Messias nannte, und ihnen was sie wünschten versprach. Sämmt-liche Juden Spanien's und Gallien's reisten nach Syrien ab und verließen ihreGüter. Der Emir Ambiza zog dieselben ein. Lu ssts tisiuxo (723) los äu-äios gus Usiüs su Lspsns ss sldorotsrou xorgus Iss viuo uusvsgus su 8iris ss Iisdis sxsrsoiäo uu oisito Louoris iiupostor, >^us ssäsoisssr suNsssisLz- rsg- prorusbiäo gus sllos ssxsrsu. V toäos losäuäios su Lsxsäs z- OsIIs psrtisrou s 8iris sdsuäousuäo sus kisuss. LIsvair I^iubiLS splloo toäos sus Iiisuss, ossss g- posssiouss si sstsäo.In dem Namen Zonoria erkennt man Serenus und -nin wieder, nur ister entweder durch die Aussprache der Araber oder arabischer Copisten verstümmelt.Wir erfahren aus Conde, daß der Pseudomessias in Syrien austrat. Das Datumdifferirt von Jsidor's Angabe nur um 2 Jahre.

Graetz, Geschichte der Juden. V.

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