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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

schenkte, so hat er ihm wohl auch ein gehobenes Ansehen und eine Art fürst-licher Würde innerhalb der Judenschaft verliehen.

Von welcher Art diese Dienste waren, läßt sich thsils aus der Zeitgeschichte,theils aus der Analogie von der Stellung ver Würdenträger der nestorianischenKirche folgern. Die Mohammedaner, die zugleich dem byzantinischen und per-sischen Reiche den Krieg erklärten und für die Schlachten mehr fanatische Be-

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geisterung als Hesresmassen, mehr persönlichen Muth als Taktik hatten, mußtensich nach Verbündeten umsehen. Darauf waren sie von Hause aus bei ihrenöftern Fehden angewiesen. In Irak boten sich ihnen die nestorianischen Christenund die Juden als solche, da diese mit der Wirthschaft der persischen Königeund namentlich der Anarchie seit dem Tode Chosru-Firuz Ursache hattenunzufrieden zu sein. Daher mochten die arabischen Feldherren im Namen desChalifen diesen zwei Religionsgenossenschaften Freiheiten und Privilegien be-willigt haben. Von den Nestorianern wissen wir das entschieden. Omarertheilte dem nestorianischen Katholikos Jesujaba ein Diplom.Ali setzte Maremes zum Patriarchen oder Katholikos ein undgab ihm ein Freiheitsdiplom, weil er mit seinen Glaubens-genossen ihm bei der Belagerung von Moßul Vorschub geleistethat (vergl. darüber Xsssvaani bidllotüsos, orisntalis äisssrbabio äs s^risllsstoriaräs 1. III. xars 2 x. XOV). Von welchem Inhalte das Diplomwar, erfahren wir aus einer Bestallungsurkunde für einen Katholikos, die erstin jüngster Zeit von Kremer aufgefunden worden. (Zeitschrift der deutsch-morgenl. Gesellschaft Jahrg. 1853 S. 219). Die Urkunde ist zwar für denKatholikos Ebedjesu ausgestellt, der 19441075 sungirte, also von demChalifen Kann Biamarillah: aber sie beruft sich auf den alten Usus undbestätigt früher ertheilte Privilegien. Diese Bestallungsurkunde bestätigt denKatholikos (z>'8nn'^n) und Patriarchen (iiuiobn) Ebedjesu in der durch recht-mäßige Wahlhandlung ihm übertragenen Würde, nachdem über seinVerhalten Erkundigungen singezogen worden, und ernennt ihn zum Primasder Nestorianer Bagdad's und anderer Gemeinden, die im Ländergebiet desIslam wohnen. Er allein soll das Recht haben, den üblichen Ornat zu tragen,und keinem Metropoliten, Bischof oder Diakonus sei der Gebrauch der Insig-nien gestattet. Die Urkunde bestätigt ferner die Privilegien, welche diereinwandelnden Chalifen (d. h. die vier ersten: Abü-Bekr, Omar, Othmanund Ali) der nestorianischen Kirche gewährt haben. Die wesentlichenFunktionen des nestorianischen Katholikos werden namhaft gemacht: Nebender Oberaufsicht über die kirchlichen Angelegenheiten und die religiösen Stif-tungen: 1) Die jährliche Erhebung des Schutzgeldes ("n-i^bn nnsmon) vonallen Männern, mit Ausnahme der Unmündigen, und Ablieferung desselben andie Staatskasse; 2) die Handhabung der Gerechtigkeit innerhalb der Confes-sionsgenossen. Der Katholikos wird ermahnt, in Rechtshändel vermittelndeinzuschreiten, dem Schwachen gegen den Gewaltthätigen beizustehen undüber-haupt, das, was sich zum Unrechte hinneigt, zum Rechten wieder zurückzuleiten".Man sieht daraus, daß der Katholikos der nestorianischen Kirche von Seitender Chalifen nicht bloß als geistliches Oberhaupt, sondern auch als weltlicherWürdenträger anerkannt wurde, und zwar schon von den ersten vierChalifen.

Sicherlich hatte der Resch-Galuta dieselbe Stellung- zum islamitischenStaate wie der nestorianische Katholikos, und wenn wir auch kein Diplomdarüber besitzen, so sprechen dafür die weiter zu erwähnenden Momente, daß