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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

arabischer Schriftsteller berufen zur Unterstützung des Factums einer allgemeinenChristenverfolgung von Seiten des Dhu-Nowas. Sie beruhen sämmtlich aufeiner falschen Auslegung einer Koranstellevon den Leuten der Feuergruben"ounru Koran Sura 85 V. 4>. Die arabischen Schriftsteller verstehendarunter Dhu-Nowas' Verfolgung der Christen, obwohl der Vers gar nichtdazu paßt und eigentlich auf die Feuerprobe des Ananias, Mischael und Azariageht, wie Geiger richtig nachgewiesen hat (Preisschrift S. 192 f.). Procop, einZeitgenosse des Dhu-Nowas, erzählt, daß auf den Christen in Himjara nurein schwerer Steuerdruck lastete, aber nichts von einer blutigen Verfolgungderselben (der Text weiter unten). Wie diese Fiktionen in Simeon's Send-schreiben gekommen sind, kann man nach dem gegenwärtigen Stand der Quellennicht beurtheilen. Indessen enthält die Partie o doch manches Thatsächliche,namentlich der Zug, daß Arethas oder Harith, Häuptling von Nagaran, sichgegen den jüdisch-himjaritischen König empört hat i 11201 . Damit würdedie Nachricht des Jbn-Alkelbi stimmen, daß Dhu-Nowas Nagaran mit Kriegüberzog, weil zwei Juden von den christlichen Einwohnern desselben erschlagenworden sind (bei Oanssin äs ?srssvs.I a. a. O. 128): Luivanb Ibn-sl-Xsldi 1s rnsurtrs äs äsnx jsunss jniks, sornrnis xar äss UaHlbanbs äsNnäsran, Hub 1'osoasion ou 1s xrstsxts gul arois. OIiou-lsioivLS vsubrsosbbs vills.

Fassen wir das kritisch Gesichtete zusammen, so würde als Resultat bleiben,daß Dhu-Nowas gegen die Christen von Nagaran Krieg geführt hat, weilderen Häuptling Arethas (Harith, nach arabischen Quellen Abdallah) sich gegenihn empört hat. In Folge der Belagerung waren die Einwohner von Nagvrangezwungen, zu capituliren, und trotz der Capitulation ließ Dhu-Nowas denHäuptling und 349 angesehene Männer hinrichten, wenn wir dem Boten ausHira Glauben schenken wollen, auf dessen Aussage diese Thatsache beruht. Voneiner blutigen Christenverfolgung kann keine Rede sein, wohl aber von einemSteuerdrucks, den Dhu-Nowas den Besiegten aufgelegt. Den Krieg vonNagaran kann man chronologisch ziemlich genau bestimmen. Der Verf. desgenannten Sendschreibens erzählt: er sei von Hira im Jahre 835 Lslsuoi-äaruiu abgereist und zwar im syrischen Monate Kanun, dem zweiten; nachzehn Tagen sei er in Mondhir's Lager angekommen: 0 » um 'irm pwo; 2 p:i uniun 2 - 20 : poim uuvvon. Der syrische Monat Kanun II. ent-

spricht dem jüdischen Monate Tebet. Also im Dscember 533 oderJanuar 524 war der Bischof Simeon in Mondhir's Lager. Da erfuhr erdie Niederlage der Nagaraner, als etwas frisch Geschehenes. Der Krieg istdemnach gegen Dude des Jahres 523 vorgefallen. Erinnern wir uns, daßDhu-Nowas im Jahre 521 eine Niederlage gegen den König Aidug erlittenhat, und daß dieser entweder schon früher Christ war oder erst in Folge desSieges Christ geworden ist. Die zwei Facta stehen mithin in einem prag-matischen Verhältnisse zu einander.

O. Das dritte Stadium in Dhu-Nowas' Regierung, wodurch der Unter-gang des jüdisch-himjaritischen Reiches herbsigeführt wurde, bildet der äthio-pische Krieg. Hier müssen wir Procop's Bericht, als eines zeitgenössischen,vorurtheilsfreien exakten Historikers, zu Grunde legen. Procop war auchgewissermaßen Augenzeuge dieser Begebenheiten, da er in dieser Zeit mit demFeldherrn Belisar am Euphrat stand und die erste Kunde von den Vorgängenin Himjara erhielt. Er erzählt: Zur Zeit dieses Krieges (d. h. des persischenKrieges) hat der eifrig dem Christenthum ergebene äthiopische König Helle-