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Christenglaubens mit Strafandrohung aufgefordert, aber die Fürstin Rumihabe sie zur Standhaftigkeit ermahnt. Folgt dann eine lange Rede derköniglichen Märtyrerin an die Frauen von Nagaran. Dadurch erinuthigt,hätten säminrliche Frauen den Märtyrertod erlitten. Dieses Alles schreibtder jüdische König selbst. Der Zweck seines Schreibens an Mondhir seigewesen, ihn aufzufordern, aus dieselbe Weise gegen die Christen zu verfahren.
o) Die dritte Partie des Sendschreibens des Bischofs Simeon bildet dieAussage eines Boten. Der Gesandte des christlichen Königs von Himjara habebei der Nachricht von der Christenverfolgung einen Boten nach Himjara gesendet,um Genaueres über die Vorfälle zu erfahren. Der zurückgekehrte Bote Habserzählt: 340 Große mit ihrem Häuptling an der Spitze (Arethas
b. Kaleb) seien aus der Stadt (Nagaran wahrscheinlich) vor dem jüdischenKönig erschienen (wohl wegen Aufhebung der Belagerung zu unterhandeln).Der jüdische König habe hierauf den christlichen Häuptling mit den Wortenangefahren: „Du hast Dich wohl auf Christus verlassen, daß Du Dich gegenmich empört hast!" 'bp iioni dp zd ndnnn-:. Er habe ihn ferner
aufgefordert, das Christenthum abzuschwören. Arethas habe aber eine langeStandrede voller Grobheiten gegen den jüdischen König gehalten und Habsseine Genossen zum Martyrium ermahnt. Darauf habe der jüdische König ihnund die 340 Christen hinrichten lassen. Dann theilt der Bote das Märtyrer-thum eines jungen Kindes mit, das sich durch Schmähung des jüdischen Königsförmlich dazu gedrängt habe. — ä) Der letzte Theil des Sendschreibens bildeteine Ermahnung des Bischofs Simeon an den Abt Simeon von Gabula, daßer die Verfolgung der Christen in Nagaran den Bischöfen und Aebten bekanntmachen sollte, namentlich dem Bischof von Alexandrien. Dieser sollte wiederuman den König von Aethiopien schreiben, daß er den Christen Beistand leistenmöge. Die jüdischen Vertreter von Liberias sollten ergriffen und gezwungenwerden ivergl. den Text o. Note 5, S. 356).
Aus der einfachen Analyse des Inhalts ergiebt sich, daß nur Anfang undEnde des Sendschreibens einen historischen Charakter haben, die Partie ddagegen sicherlich Fiction ist. Es gehört nicht viel dazu, einzusehen, daß einTyrann, ein Henker, nicht in der Weise schreibt, daß er weder sich seinerblutigen That rühmt, noch ein begeistertes Martyrologium seiner Schlacht-opfer schreibt und noch viel weniger der Religion, als deren Feind er sichausgiebt, die Gloriole reicht. Jeder Satz in diesem Stücke giebt sich alsDichtung aus. Und darauf beruht das Martyrologium des 8b. ^rsbUas undder Christen von Nagaran, das Metaphrastes zugeschrieben wird und nicht nurin die Heiligen- und Kirchengeschichts übergegangen ist, sondern auch vonHistorikern als beurkundetes Factum angenommen wurde. Os Osrssvalschreibt noch: On aobs äs darbaris Pis Is tanabisors röliAisnx äsOUou-Horvns 1s xorba s, sxsrssr sonbrs Iss eUrsbisns äs Haägran, Urboanss äs 1a rrrins äs 1'swpirs Uiva^arits (a. a. O. I. 125). Ich wiederhole,diese ganze Erzählung von dem Sendschreiben an Mondhir ist erdichtet.Die Partie e des Sendschreibens sieht nicht minder verdächtig aus, schon des-wegen, weil sie auf der Aussage eines Boten beruht. Welcher Stenographhat diesem Boten die lange Schmährede des Arethas gegen den jüdischenKönig mitgetheilt! Und nun gar das Martyrium äs pusro rnart^rs, von demdas Stück U gar nichts weiß! Außerdem widersprechen sich manche Umständein den beiden Stücken. In d 280 Priester und dann alle Christen alsMärtyrer, und in v nur 340 Große! Man darf sich nicht auf die Nachrichten