Druckschrift 
5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
Entstehung
Seite
372
Einzelbild herunterladen
 

372

Geschichte der Juden.

der in einem der sieben Reichevon Indien und Aethiopien" herrschte: '/»S-Üvxai 74lS->,ö7r-,i>- /4«o-t4kt« kTir« pre- S'wwi: Den König, der

über Damianos gesiegt (Aidng) nennen die Quellen bald den indischen, baldden äthiopischen. Malalas: Johannes von Asien

bald: )ii'n mr, sn'iz ii:ni bald: Aidug war

wohl nichts anderes als einer der Vasallenkönige, welche sich unter Hassan, demSohne des Abu-Kariba, von dem himjaritischen Reiche unabhängig gemachthaben. Os Osrssval nach arabischen Quellen: Hassan ns parvinb xas ärssonsbibnsr I'nnits äs I'sinpiiö dirnvarits. Oss 6a^1 st Iss Odon inain-tinrsnt sontrs Ini Isnr inäöxsnäanss, st Is rnorosllsinsnt än ponvoir nstit qns s'aovrortrs xsnäant son röZns (Instoirs äss ^.radss I. I l9). Nurder eine Zug in diesen gleichlautenden Erzählungen ist sicherlich falsch, daßAidug den himjaritischen König Damianos oder Dhu-Nowas auch zumGefangenen gemacht und hingerichtet, und daß sich dann ein anderer Königvon Himjara aufgeworfen Hai. Dhu No was regierte noch lange nach diesemVorfälle. Das Jahr dieses Krieges giebt nämlich Johannes von Asien genauan: Das vierte Jahr des Justin oder das seleucidische Jahr 832, d. h.das christl. 521. Den Eingang der Erzählung; m.mi w-n nrn 8-:.n na

nrhvh bezieht Assemani mit Recht auf das genannte Jahr. In Malalas'Text fehlt jetzt die Datumangabe. Theophanes und Cedrenus setzten aberdrolliger Meise das Factum in das sechzehnte Jahr Justinian's, was jeden-falls falsch ist. Wir haben hierdurch also die Gewißheit, daß Dhu-Nowasbereits im Jahr 521 regierte.

O. Das zweite Ereigniß in Dhu-Nowas' Leben ist sein Krieg gegenNagaran, dessen christlichen Fürsten und Bevölkerung. Ich habe oben das Send-schreiben des Bischofs Simeon von Bet-Arscham (in ^.sssrnani didl. orisnb. I.384 f.) als Hauptquells dafür angegeben, ich muß aber diese Angabe dahinbeschränken, daß nicht der ganze Inhalt desselben historisch ist. Das Send-schreiben besteht nämlich aus vier Bestandtheilen. a) Die erste Partie bildetden Eingang und die Beschreibung von Simeon's und seiner Begleiter Reise,bis sie in das Lager des Mondhir, Königs von Hira, angekommen sind. Daseien ihnen heidnische Araber aus den Stämmen Tai und Maadd begegnetund hätten ihnen zugerufen:Was wollt ihr (Christen) nun ansangen, da euerChristus vertrieben ist aus dem Lande der Römer, Perser und Himjariten:"

poh-7 NN'L'V SN1 pw'wxi pr8 NM v.n s'ivn: N'IPVI NN PPZS

n'i'vn: n'onei (?) n'r>:.nn nn 2 ,-m. I>) Die zweite Partie bildet ein Schreibendes jüdisch-himjaritischen Königs an den König Mondhir, worin derselbe ihmFolgendes anzeigt: Er habe die Regierung von Himjara angetreten, weil derchristliche König, den die Aethiopier eingesetzt, gestorben sei, und ein christlicherNachfolger sich nicht zu behaupten vermöchte. Er, der jüdische König, habesämmtliche Christen gezwungen, Juden zu werden, habe 280 Priester hinrichtenlassen, habe ihre (?) Kirchen in eine Synagoge verwandelt, habe die Stadt(Nagaran) mit 22,000 Soldaten belagert, habe den Einwohnern zwar einenEidschwur geleistet, aber mit dem Vorbehalt, ihn zu brechen, well er gegenChristen und Feinde nicht Wort zu halten brauche, er habe ferner alle ihre Habeeingezogen, die Gebeine eines Bischofs geschleift, eine Kirche mit allen Personendarin verbrennen lassen. Er habe daraus die Uebrigen gezwungen, Christuszu verleugnen, sie seien aber standhaft im Glauben geblieben. Ihr Oberhaupthabe ihn, den König, beschimpft und gekränkt, dafür habe er sämmtliche Großeder Stadt hinrichten lassen. Auch die Frauen habe er zur Verleugnung ihres