370
Geschichte der Juden. -
Wenn übrigens die arabischen Annalisten angeben, daß das ganze LandHimjaria in Folge Tobba's Bekehrung das Judsnthuin angenommen hat:-non nimm, so ist das eine jener Ungsnauigkeiten, die bei arabischen
Schriftstellern nicht selten sind. Aus Prokop's Nachrichten erfahren wir, daßes noch unter dem letzten jüdischen Könige eine heidnische Bevölkerung inHimjaria gegeben hat lOroooxius äs dsllo xsrsiso I. 26 p. 104):
'O/r?/ol V rckv Trolloös /txv
'I o o Fclto v?, rrollovr Fe Fcl^av ri-v 7r«I«x«v aF/?ovr»e, ,"v Fexa/loüoev 'Ml^vrx^v ot Vl>v «vApmnoL X, -r. 4. Sicherlich haben während desBestandes des jüdisch-himjaritischen Reiches einige nichthimjaritische Stämmeebenfalls das Judenthum angenommen. Jbn-Kutaiba, einer der ältestenarabischen Chronographen, berichtet: „das Judenthum war verbreitet im StammeHimjar, im Stamme der Benu-Kinanah, der Benu Al-Harith Jbn-Kaab und der Kenda (Ibu-Ou.ts.ids. sä. IVusbsntslä x. 209 ; vergl. Ooooolrssxssirusn 140 und Chwolson die Ssabier II. 404, wo eine Notiz von Dimeschkimitgetheilt wird, daß die Benu-Kinanah zuerst dem Mondcultus gehuldigt unddann das Judenthum angenommen haben: nn.nn on illpbx iovn nmv °nix:ri).— Die Nachricht, daß unter den Kenditen das Judenthum verbreitet war,stimmt mit der oben gegebenen Notiz, daß Harith Häuptling der Kenditenunter Tobba Abu-Kariba sich zum Judenthum bekannt hat. Die Kinanah warenmit den Koraischiten stammverwandt und wohnten in der Nähe Mekkas (vergl.äs Osresvsl I. 193 f. II. K88i.
II.
Da das jüdisch-himjaritische Reich nur von kurzer Dauer war, so kann eshöchstens auf Abu - Kariba's Enkel übergegangen sein. Wie schon oben ange-geben, nimmt Tabari drei Söhne desselben an: HassLn, Amru und Zorah(oder Zerah) Der letzte erhielt von einer Burg den Beinamen Dhu-Nowas,und das ist sein geschichtlicher Name geworden. Maßudi dagegen giebtDhu-Nowas als Zorah's Sohn aus. Vor ihm regierte aber nach Ueber-einstimmung sämmtlicher Quellen Laknia Tanuf, der von den Ohrringen, dieer zu tragen pflegte, Dhu-Schanatir hieß. Er wird von sämmtlichen Quellenals Usurpator bezeichnet. Ob Hassan und Amru sich zum Judenthume bekannten,wird nicht berichtet. Dhu-Schanatir war gewiß nicht Jude, da er ganz offenPädastrie trieb, wie sämmtliche Gewährsmänner berichten. Dhu - Nowas waraber, wie aus seiner Geschichte erhellt, Judo mit seinem ganzen Wesen. Auchder Name Jussuf, den er annahm, spricht dafür: Tabari (bei SchüttensS. 108): -> 21 > '221 1 ' 2 N 7I>'2 NIMM 1 ' 2 N -MX 0 X 1 : 1 'i Die jüdische
Geschichte interessirt eigentlich nur der letzte jüdisch - himjaritische König Dhu-Nowas, über dessen Leben und Thaten die Quellen reichlich fließen; aber nebendem Thatsächlichen kommen auch viele Entstellungen und Uebertreibungen vor,welche die Kritik eliininiren muß. Auch die Data seiner Regierungsdauerund seiner Thaten sind bisher noch nicht kritisch genau festgestellt worden. OsOsrssvsl läßt ihn regieren von 490 bis t>25. Das erste Datum hängt mitseiner fehlerhaften Chronologie der himjaritischen Dynastie überhaupt zusammen,das Datum 525 wird aber durch authentische Zeugnisse widerlegt. Nach meinerAuffassung regierte Dhu-Nowas von ungefähr 520 bis 530.
Um zu einer Gewißheit zu gelangen, muß man die verschiedenen Vorfällein Dhu-Nowas' Regierungszeit und die Quellen, welche darüber berichten, voneinander unterscheiden. Das erste Stadium bildet Dhu-Nowas' Krieg mit