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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Verwechselung zu rektificiren, und man hat bei Hamza dieselbe Nachricht, wiebei Tabari, Maßudi und Jschak Jssahani. Dadurch schwindet der Zweifel,dessen äu Osrosva-I nicht Herr werden konnte (I. 108 f.).

Sahen wir auf der einen Seite dadurch eine Verwirrung entstehen, daßder Proselytenkönig in zwei gespalten wurde, in Abu-Kariba Jbn-Mali-kariba und in Tobba Jbn-HassLn, so wurde auf der andern Seite dieVerwirrung noch größer, indem zwischen den ersten jüdischen König von Himjaraund seine Söhne mehrere Könige eingeschoben wurden. Diese Könige warenweiter nichts als Vasallenhäuptlinge mit dem Titel Kail und Dhu,welche neben den Königen herrschten. Die Annalisten Hamza und Abulfedahaben aber daraus selbstständige Könige gemacht und sie mit einer bestimmtenRegierungsdauer den Häuptlingen angereiht. So z. B. der KenditenhäuptlingHarith, von dem Maßudi erzählt, Tobba habe ihn über die Maadditcn zumKönige eingesetzt, wird von Abulfeda zum Nachfolger eines himjaritischen Königsgestempelt: riipr ^2 an. Os und äs Osresvs.1 selbst streichen

einen Namen, Nabiä Jbn-Nasr, den einige arabische Annalisten zum Nach-folger Tobba's Abu-Kariba machen, aus der Reihenfolge der himjaritischenHauptkönige und nehmen mit Recht an, daß er bloß ein Fürst mit dem TitelKail war (rnämoiis äs 1'^.saäärnis a. a. O. p>. 580 f. und Iiistoirö äss^radss I. 99). Nach Maßudi folgten auf den ersten Proselytenkönig zuerstsein Sohn Hassan und dann sein Sohn Amru; Hamza schiebt aber da-zwischen einen Morthad, dessen Sohn Waliah (oder Wakiah) und sogareinen König Abraha loder Ibrahim Jbn-Alasbach ir .i.-nou), der einer

späteren Zeit angshört. Denn Abraham hieß der Aethiopier, der nach Dhu-Nowas (nach 530) regierte und Alasbach ist kein anderer, als der äthiopischeNegus Elesbaa (wovon weiter), der gegen Dhu-Nowas Krieg geführt undAbraham zum Vasallenkönig eingesetzt hat. Os Osrosval hat alle diese Namenals Hauptkönige von Himjara aufgeführt, ohne auch nur eine Spur von Kritikzu üben. Er hätte die Manier der arabischen Annalisten und namentlichHamza's kennen sollen, eine Menge Königsnamen aufzuführen und ihnen sogareine unmögliche Regierungsdauer zu geben.

Während auf diese Weise Alles für dis Annahme spricht, daß Tobba-Abu-Kariba zu Ende des fünften Jahrhunderts lebte: sein Sieg über Kavad,seine Zeitgenossenschaft mit Ochaichah und noch Anderes, spricht nurein einziges Moment dagegen, nämlich die Nachricht Hamza's, daß dieser TobbaZeitgenosse des Gründers der Sassanidendynastie Ardschir gewesen sei. Daraufhaben äs und äs Osresvs,! die Chronologie der himjaritischen Könige

gegründet. Aber wer bürgt für die Authenticität dieser Nachricht? Hamza istkein zuverlässiger Gewährsmann und verdient um so weniger Glauben, wenner Tabari und Maßudi gegen sich hat. Zwar bemerkt Hamza, er habe in eineralten Geschichte von Jemen gelesen, daß Amru Dhul' Awad ZeitgenosseSchabur's I., Königs von Persien war (. Oottrvalä 130 f.). Aber die Iden-tität von Amru Dhul'-Awad und Amru, dem Sohne Tobba's Abu-Karibamuh erst kritisch erwiesen werden, was kaum möglich ist. So weit also in derdunkeln Epoche Gewißheit erzielt werden kann, ist das von Perron ausgestellteResultat als sicher anzunehmen, daß der erste jüdische König von Jemenum 500 gelebt, und daß das jüdisch-himjaritische Reich nicht länger als dreiJahrzehnts gedauert hat. Daher die Dürftigkeit der Nachrichten darüber inauherarabischen Quellen.

Graetz, Geschichte der Juden. V.

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