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Geschichte der Juden.
folgungen abgewendet haben." R' Gerschom's Namen wurde ebenfallsvon ihr verewigt, „daß er die Augen der Zerstreuten durch seine Ver-ordnungen erleuchtet hat." Das von R' Gerschom gegründete Lehr-haus in Mainz blühte über acht Jahrzehnte und wurde eine Bildungs-stätte für Talmudbeflissene und Rabbinen von Deutschland, Frankreichund Italien.
Zur selben Zeit, mit dem Ablauf des vierten Jahrhunderts derHeg'ira, in welchem die Karäer die Ankunft der messianischen Erlösungerwarteten i), brach im Morgenlands und Egypten eine heftige Juden-verfolgung aus, welche länger als die in Deutschland andauerte. Diedeutschen Juden wurden gequält, weil sie nicht an Christus und dieHeiligen, und die morgenländischen, weil sie nicht an Mohammed undden sündenfreien Imam, an den himmlischen Führer (Lkndäi) glaubenmochten. Diese Verfolgung ging von dem wahnwitzigen egyptischenChalifen Hakim aus, der, ein mohammedanischer Casus Caligula, vonsich glaubte, er sei die fleischgewordene göttliche Macht und der wirk-liche Statthalter Gottes. Hakim verfolgte alle diejenigen, welche auseiner Göttlichkeit ^u zweifeln sich unterfingen, Mohammedaner, Juden,Christen ohne Unterschied. Anfangs lautete Hakim's Befehl, daß dieJuden seines Reiches, welche sich nicht zum schiitischen Islam bekennen,an ihrem Halse die Abbildung eines Kalbes tragen sollten, zur Er-innerung an das goldene Kalb ihrer Vorfahren in der Wüste. Außer-dem sollten sie sich durch ihr äußeres Erscheinen von den Gläubigenunterscheiden, ganz nach den Omar'schen Beschränkungen. Die Ueber-treter sollten mit Verlust von Hab und Gut und mit Exil bestraftwerden (1008). Gegen die Christen erging eine ähnliche Verordnung.Als Hakim hörte, daß die Juden seinen Befehl umgingen und goldeneKalbsbilder trugen, verfügte er, daß sie einen Holzblock von sechsPfund Schwere am Halse und Glöckchen an ihren Gewändern tragensollten, um sich von ferne schon als Ungläubige anzukündigeu (um1010). Später ließ er Kirchen und Synagogen in seinem Reichezerstören und verjagte Christen und Juden aus dem Lande ( 1014 ) ^).Das fatimidische Reich hatte aber damals eine bedeutende Ausdehnung.Es umfaßte Egypten, Nordafrika (Afrikija), Palästina und Syrienund da Hakim auch im Chalifate von Bagdad Anhänger hatte, soblieben den Inden nur wenige Zufluchtsstätten offen. Manche nahmen
i) Jephet b. Ali bei Pinsker Uivkuts p. 82.
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