Verfolgung in Deutschland.
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Und in einem andern:
Genommen sind aus meinem Wohnsitz mir die Kleinen,
Und sie schlagen, stoßen sie, werfen sie mit den Steinen.
Zu alten Leiden fügen neue die Unreinen.
Mehr als neun Hundert Jahr dauert's, was wir beweinen.
Sie plündern schlau und mit Gewalt und verschonen Keinen st.
Auch R' Gerschom, obwohl ganz ohne dichterische Begabung,hauchte den Schmerz über die harte Verfolgung Heinrichs II. in Büß-liedern aus2): „Verächter Deines Gesetzes hast Du zu Herren überDein armes Volk gemacht, sie huldigen thörichten Bildern und wollenuns zwingen, sie zu verehren." — „Sie drängen Dein Erbe, Dichmit einem geschaffenen Gott zu vertauschen." — „Sie verfügen, Dichnicht mehr Freund und Herr zu nennen und Dein Wort zu verwerfen.Spreche ich: Fern sei's von mir, meiner Väter Schutz zu verlassen,so fletschen sie ihre Zähne, strecken ihre Hand zum Raube aus, öffnenihren Mund zum Hohne. Verjagt ist Deine Gemeinde aus ihremSitze und ihrer Heimath, erschöpft und verschmachtet erhebt sie ihrAuge zu Dir."
Während dieser ersten Judenverfolgung in Deutschland gingenManche, um ihr Leben oder ihre Habe zu retten, zum Christenthumüber, darunter auch R' Gerschom's eigener Sohn, was sein Herz betrübt,aber nicht lieblos gemacht hat. Als der Sohn später als Christ starb,beobachtete der unglückliche Vater die Trauerceremonien um ihn, wieum einen Treugebliebeneu. — Wie lange die Verfolgung gedauerthat, läßt sich nur vermuthungsweise aufstellen, etwa bis zum Winter1013. R' Simon b. Jsaak's Eifer gelang es, Wohl durch große Geld-summen, der Verfolgung Einhalt zu thun und die Erlaubniß für dieGemeinde zu erwirken, sich wieder in Mainz niederzulassen. Die demTaufzwange unterliegenden Juden kehrten wieder in den Schooß desJudenthums zurück und R' Gerschom schützte sie vor Beschimpfung,indem er den Bann über diejenigen verhängte, welche ihnen denaugenblicklichen Abfall zum Borwurfe machen sollten. Die dankbareGemeinde widmete R' Simon eine ewige Erinnerung, seinen Namenallsabbatlich in der Synagoge zu nennen: „daß er sich um die Ge-meinde viel Mühe gegeben und daß durch ihn die Verfolgungen auf-gehört haben." Auch das Andenken eines Mar-Salomo und seinerFrau Rahel hat die Mainzer Gemeinde durch sabbatliche Erinnerungenerhalten, „daß sie einen Gottesacker in Mainz erworben und die Ber-
st Nach Zunz Uebersetzung: synagogale Poesie 175.
'st lieber R' Gerschom's Lslivliob vergl. Landshut Zurücks 2i.boäa, S. 57.
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