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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Ende des jüdischen Chazaren-Reiches. 341

daher zum Schein den Islam anZ, um bessere Zeiten abzuwarten.Die Verfolgung dauerte, bis die Mohammedaner selbst ihres wahn-witzigen Chalifen überdrüssig wurden und ihn erdrosselten (1020).

Auch der winzige jüdische Staat der Chazaren, welcher so langeeine Zufluchtsstätte für jüdische Verfolgte bildete, ging in dieser Zeitvöllig unter. Die Chazaren hatten sich auf der Halbinsel TaurieniKrim) niedergelassen und lebten dort unter ihrem jüdischen FürstenDavid. Ihre früheren Besitzungen waren von den Russen eingenommen(o. S. 307j, vor denen damals schon die schwachen Völkerschaften imKaukasus und am Schwarzen Meere zitterten. Diese bewarben sichum die Gunst der russischen Großfürsten, wie ehemals um den Schutzder chazarischen Chagane. Als daher der Großfürst Wladimir dieAbsicht zu erkennen gab, das plumpe Heidenthum der Russen miteiner andern Religion zu vertauschen, beeilten sich die NachbarfürstenAbgeordnete an ihn zu senden, um ihn zur Annahme ihres Bekennt-nisses zu bewegen. Es kamen griechische Presbyter vom byzantinischenReiche, bulgarische Gesandte, welche dem Katholicismus zugethan waren,und mohammedanische Ulema's aus Bagdad. Auch der jüdisch-chaza-rische Chagan David wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen,Wladimir für die Annahme des Judenthums zu stimmen. Es er-schienen auch jüdische Abgeordnete am Hofe zu Kiew. Die Vertreterder verschiedenen Bekenntnisse entfalteten ihre Beredsamkeit, um dieTheilnahme der Russen zu erwecken (986). Gegen das Judenthumsoll aber Wladimir von vornherein Vorurtheile gehabt haben, weildessen Bekenner unter fremden Völkern weit und breit zerstreut lebten.Dagegen hatte er, laut der Erzählung der russischen Chronik, eineentschiedene Hinneigung zur griechischen Kirche. Als er daher seinenBojaren seinen Plan vorlegte, das griechische Bekenntniß in Rußlandeinzuführen, erwiderten diese bedächtig: Es sei in der Ordnung, daßdie Vertreter je einer Religion diese als die beste empfehlen; um sichaber von der Vortrefflichkeit irgend einer Religion zu überzeugen, seies rathsam, Abgesandte nach den Nachbarstaaten reisen zu lassen, da-mit diese an Ort und Stelle durch den Augenschein die beste Religionkennen lernen. Dieser Rath gefiel. Die Uferstaaten des SchwarzenMeeres sahen das seltene Schauspiel, wie russische Barbaren aus Kiewauf Entdeckung einer ihnen zusagenden Religion ausgingen. Wahr-scheinlich betrieben diese Abgeordneten nebenbei das Geschäft der Aus-kundschafter. Auch nach dem Gebiete des jüdischen Chagan David,

-y Saadia Jbn-Danan in OlisraäalrOsiiassR p. t6. Die Notiz beziehtsich wahrscheinlich auf Hakim's Verfolgung.