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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

welchem Gott spricht: Ich bin Gott und verändere mich nicht. Wenner sich nun nach eurem Glauben verändert und ein Weib beschattethaben soll, wo wäre da die Wahrheit? Was antwortest du darauf,du Thier!" In solchem Style ist Wecelinus' Schmähschrift gehalten.Sie nennt auch die Heiligen, welche die Kirche verehrt, geradezuDämonen. Kaiser Heinrich war aber über den Abfall des Kaplansund seine giftige Schrift so sehr erzürnt, daß er einem seiner Hof-geistlichen, Heinrich, den Auftrag gab, eine Gegenschrift abzufassen, dienicht weniger grob und geschmacklos ist*).

^ Einige Jahre später (1012) erließ Kaiser Heinrich einen Befehl,daß die Juden von Mainz die Stadt verlassen sollten^). Es sollteaber nicht eine einfache Verbannung, sondern eine Brandmarkung da-für sein, daß sie die Taufe nicht empfangen mochten, und erstrecktesich nicht blos auf Mainz, sondern traf sicherlich noch andere Ge-meinden. Denn der Dichter Simon b. Isaak stimmte Klageliederdarüber an, wie über eine blutige Verfolgung, welche das Judenthumim Herzen seiner Bekenner vergessen machen wollte-.

Die Verbannte, Wandernde, VerdüsterteMuß ihre Thränen verschlucken.

Sie wird getreten, gestoßen, gepeinigt,

In Kerker geworfen und sitzt verödet.

Die Wahnverehrer sitzen im Glücke,

In sichern Burgen höhnen sie Dein Lamm,

Scheeren es und schwächen seine Kraft mit des Joches Last.Höret auf," sprechen sie,euch der Banden zu entschlagen;

Ihr seid verworfen, und für den Untergang bestimmt."

So dulden wir um Dich unsäglich Leid,

Werden bestraft, geplagt und geschlagen.

Sende bald Deine Hülfe,

Auf daß sich Edom nicht rühme: ich habe gesiegt.

Laß deines Schwertes Blitz sie zittern machen,

Ob der Unthaten an deines Volkes Leichen.

In einem andern Bußgebet veranschaulicht derselbe Dichter dieLeiden seiner Zeit:

Du bist von je her, mein heiliger Gott,

Warum sollen wir in Bedrängniß und Harm vergehen.

Den ganzen Tag werden wir um deines Namens willen erschlagen,Wir sind grausamen Herren preisgegeben,

Unser Blut soll die Erde trinken.

Bei ksriL inouuinsnta, II. '23. VI. 704, 720.°) Note 22.