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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Simon b. Isaak; Wecelinus.

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Reisende die Briefpost besorgten, war diese Verordnung von hoherWichtigkeit für die mannigfaltigen Lebensinteressen. Die Uebertreterdieser Verordnungen sollten dem Banne verfallen. Obwohl diese undandere Bestimmungen ohne synodale Förmlichkeit getroffen wurdenund der Urheber keineswegs mit einem officiellen Charakter bekleidetwar, so wurden sie doch von den deutschen und französischen Ge-meinden wie synhedriale Beschlüsse mit aller Gewissenhaftigkeit befolgt;so groß war R' Gerschom's Ansehen.

Gleichzeitig mit dieser Autorität der deutsch-französischen Ge-meinden lebte in Mainz eine Persönlichkeit, deren Verdienste bisherunbekannt blieben. R' Simones b. Isaak b. Abun von einer fran-zösischen Familie (aus Io Llans?) abstammend, war talmudisch gelehrtund verfaßte ein selbstständiges Werk in diesem Fache (ckoosoä). Erwar ferner ein gewandter und fruchtbarer neuhebräischer Dichter (Poetan)und verfaßte eine große Menge liturgischer Stücke, die kalirischen Musternnachgebildet sind und ihnen gleichkommen an Härte, Anmuthslosigkeitund an der Manier, auf die agadische Literatur versteckt und rätsel-haft anzuspielen. Simon b. Isaak war auch vermögend und dadurchauch im Stande, einen Sturm zu beschwichtigen, der die deutschenJuden aufzureiben drohte.

Das elfte Jahrhundert begann nämlich mit der ersten Juden- ^Verfolgung in Deutschlands. Sie ging aber nicht vom Volke aus,sondern von einem Fürsten, dem letzten Kaiser aus dem sächsischenHause der Ottonen, von Heinrich II. Von Geistlichen geleitet, wardieser Kaiser so sehr den kirchlichen Interessen ergeben, daß er inden Stand der Heiligen erhoben werden konnte. Was aber Heinrich II.besonders gegen Juden eingenommen hat, läßt sich nicht angeben.Möglich, daß die Bekehrung eines Geistlichen zum Judenthume, welcheden deutschen Chronikschreibern wichtig genug war, sie als ein unglück-liches Ereigniß in ihre Jahrbücher einzutragen, den Zorn des Kaisersgegen die Juden rege gemacht hat. Dieser Geistliche, mit NamenWecelinus, war Kaplan des Herzogs Konrad, eines Verwandtendes Kaisers. Nach seinem Uebertritt zum Judenthum (1005) ver-faßte Wecelinus eine Schmähschrift gegen seinen ehemaligen Glaubenund bediente sich darin Ausdrücke und Redewendungen, die von seinen!Hasse gegen das Christenthum und von der Ungeschliffenheit des Zeit-geschmackes Zeugniß ablegen.Lies, o Dummkopf," so redet derabgefallene Kaplan die Christen an,lies den Propheten Habakuk, in

st Vergl. über ihn Note 22.

st Dieselbe Note.

Graetz, Geschichte der Juden. V.

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