Die Juden in Deutschland.
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Nor den umherschwärmenden Feinden retten sollte; er selbst dachte ankeine Rettung, sondern wartete voll ängstlicher Sorge ab, wie esseinem geliebten Herrn ergehen würde. Vermöge dieses Rosses konnteder Kaiser die Küste erreichen und sich auf einem Schiffe retten^). Aberdie viel gepriesene Regierung der Ottonen gab den ihnen unterworfenenJuden keinen Sporn, sich ans der niedrigen Stellung zu erheben.Vieles hatten die christlichen Völker von den Arabern gelernt, nurnicht Ermnthignng der Wissenschaft unter Andersglanbenden. Diedeutschen Juden waren daher, wenn auch im Allgemeinen sittlicher,nüchterner und betriebsamer als die christliche Bevölkerung, doch nichtgebildeter als diese. Sie hatten nicht einmal eigene Talmudlehrervon Bedeutung und erhielten sie erst vom Auslande. Ihre erste tal-mudische Autorität war R' Gerschom. Er und sein Bruder R' Machirhaben talmudische Gelehrsamkeit von Südfrankreich nach dem Rheinverpflanzt und ihr eine Bedeutung gegeben, wie sie nicht einmal diegaonäischen Schulen kannten.
R' Gerschom b. Jehnda (geb. um 960 st. 1028^) stammte ausFrankreichs), hatte den oben genannten R' Leon zum Lehrer undwanderte, man weiß nicht aus welcher Veranlassung, nach Mainz ans.Hier gründete er ein Lehrhaus, das bald zahlreiche Jünger aus Deutsch-land und Italiens anzog. Die Verehrung für R' Gerschom war so
9 Daselbst III. 12 bei Pertz a. a. O. 765. Die Quelle berichtet deutlich,daß Kalonymos ein Freund des Kaisers und auf dessen Rettung bedacht war.Imperator sKuAisirs — viäsusgus a lonZs nuvim, Lulunärium nomine,Oalonimi sgnollnäasi aclsam propsruvib, sscl es, prastsrisns susoipsrsbuno rsousavit. Lio s-atsm (Imperator) littoris prussiäiu petsns, invsnits,illmo.Inüusnm stantsm ssnioris^ns äilsoti svsntnm sollioits as-peotuntsm, Schlosser hat dieses Factum (B. VI. S. 11s) entstellt, als wennKalonymos erst durch Aussicht auf Gewinn den Kaiser ins Schiff ausgenommenhätte.
2) Nach Handschriften mitgetheilt von Goldberg in Leiem ollsmsä vonS. Sachs Jahrg. VIII. S. 106.
H Daß R' Gerschom aus Frankreich stammte, dafür sprechen die franzö-sischen Wörter, deren er sich in seinen Commentarieu bediente. Vergl. darüberdie Bruchstücke aus dessen Commentar zum Traktate Lada Rubra, mitgetheiltvon Luzzatto Orient. Litterbl. Jahrg. 1847 ool. 564 f. Auch sein BruderMachir bedient sich des Französischen; vergl. Rapoport Biogr. des Nathan RomiNote 12. — Herr Neifmann hat unwiderlegbar nachgewiesen, daß der unterRaschi's Namen eingeführte Commentar zum Traktat Lloscl Lubon R' Gerschomangehört (Frankel's Monatsschrift Jahrg. 1854 S. 230 f.) Auch dieser enthältfranzösische Phrasen. Mit Recht nennt daher Zakuto R' Gerschom einen Franz osenin Deutschland: pino (sä Rilipowslri S. 212.)
^) Vergl Raschi Lssponsum mitgetheilt von Luzzatto O^ur UsollmuäJahrg. VI. S. 175.