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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

zu werden r). Die Hanptgemeinde war in Narbonne. Hier bestandseit der Zeit Karls des Großen ein talmudisches Lehrhaus, das abernicht viel geleistet zu haben scheint, indem es mehr agadische Mystikals tieferes Talmudstudium Pflegte und verbreitete. Da wurde plötzlichdorthin ein Talmudkundiger von der suranischen Hochschule verschlagen,vielleicht Nathan b. Isaak der Babylonier, und er flößte denJuden Südfrankreichs regen Eifer für den Talmud ein. Vermuthlichwar es sein Jünger R' Leon oder Leontin (Jehuda b. Meir), der,ohne etwas Schriftliches hinterlasseu zu haben, als der erste Be-gründer jenes gründlichen Talmudstudiums, das fortan in Frankreichund Deutschland blühte, angesehen wird. Sein berühmt gewordenerJünger R' Gerschom gestand ein, er habe sein Wissen und seine Artzu lehren R' Leon zu verdanken 9-

In Deutschland erfuhren die Juden in dieser Zeit unter densächsischen Kaisern zwar keine Bedrückung, aber auch keine Begünstigung.Das Lehnsystem, das sich im deutschen Kaiserthum am folgerichtigstenansgebildet hatte, hinderte sie Boden zu besitzen und wies sie auf denHandel an. Jude und Kaufmann galten in Deutschland als gleich-bedeutend. Die Reichen machten Geldgeschäfte und die weniger Be-mittelten machten Anleihen, nm die Kölner Messe zu besuchen undzahlten bei ihrer Rückkehr einen verhältnißmäßigen niedrigen Zins^).Die deutschen Kaiser übernahmen das von den ersten Karolingern ein-geführte Regale einer bestimmten Abgabe von den Juden. Als Ottoder Große die neuerbaute Kirche von Magdeburg mit Subsistenzmittelnversehen wollte, schenkte er ihr die Einnahme von den Juden undandern Kaufleuten (965^). Otto II. schenkte ebenfalls, wie derdamalige Curialstyl lautete,die Juden von Merseburg" dem Bischofdieser Stadt (9815). Dieser Kaiser hatte einen italienischen Judenmit Namen Kalonymos in seinem Gefolge, der ihm mit zärtlicherLiebe zugethan war und ihm in einer großen Noth mit Lebensgefahrbeistand. Kalonymos hatte ihn in die Schlacht begleitet (982), welcheOtto den Saracenen und Griechen bei Basantello lieferte. Als dieBlüthe der deutschen Ritterschaft gefallen war und der Kaiser sein Roßeiugebüßt hatte, führte ihm Kalonymos das seinige zu, damit er sich

fl Vsässtts bistoirs äs BanAnsäso II. 381, 387, 442 Brsnvss 101, 214,337; III. Brsnvss 49, 121, 137.

st Elieser b. Nathan Dbsn lla-Dssr 92s., 116s; Rssxonsa R' MeirRothenburg lür. 104.

9 Rasolli Baräss 19 e: Rssxonss, Liobron äsbnäab. Berlin 1846.lür. 92, x. 51b. f.

9 Bsnbsr stapnlas Laxonisas bir. 1291.

9 Dithmar von Merseburg Chronik, bei Pertz rnonuinsnbs, Vi 758.