Jbn-G'au. 331
Gastfreundschaft" (Is'bab al^nou^j. Wahrscheinlich unterstützteer auch gleich Chasdal Dichter und Gelehrte.
Sobald Jbn-G'au zum Oberhaupt über die Juden des anda-lusischcn Chalifats ernannt war, suchte er seinen Wunsch zu verwirk-lichen, um dessentwillen er sich um die Gunst des Hofes beworben hatte.Er ließ R' Chanoch anzeigen, daß er sich der rabbinischen Funktionenzu enthalten habe und drohte ihm, falls er noch ferner als Rabbinerund Richter fungiren würde, ihn ans ein Schiff ohne Steuer bringenzu lassen und ihn dem Meere auszusetzen, d. h. ihn dahin wieder zubringen, woher er gekommen. Dann traf Jbn-G'au Anstalten, seinenLiebling Jbn-Abitur zurück^urufen und mit der Rabbinatswürde zubekleiden. Aber vorher mußte der Bann von ihni genommen werdenund dazu die ganze Gemeinde ihre Zustimmung geben. Aus Rücksichtfür den bei Hofe angesehenen Jbn-G'au unterschrieben sämmtliche Ge-meindemitglieder, selbst seine ehemaligen Gegner, ein schmeichelhaftesSchreiben an Jbn-Abitur, der damals wohl noch in Afrika weilte.Er wurde darin eingeladen, das Ehrenamt in Cordova einzunehmen.R' Chanoch wurde abgesetzt. Als die Cordovaner Gemeinde und be-sonders seine Freunde schon Vorbereitungen zum würdigen Empfangedes Jbn-Abitur trafen, lief ein Schreiben von demselben ein, das siesehr enttäuschte. Ju harten Ausdrücken warf er ihnen ihr rücksichts-loses Verfahren gegen seinen Gegner vor. Er rühmte in edelmüthigerWeise R' Chanoch über die Maßen, sagte, er habe auf seinenWanderungen seines Gleichen an Tugendhaftigkeit und Frömmigkeitnicht gefunden und rieth der Cordovaner Gemeinde, ihn wieder inseine Funktionen einzusetzeu^).
Indessen konnte sich Jbn-G'au nicht in seiner Stellung behaupten.Almausur, sein Gönner, setzte ihn nicht blos ab, sondern warf ihn inden Kerker. Der Grund seiner Verdammung war Redlichkeit undUneigennützigkeit. Der Regent (Ur,Ab) hatte geglaubt, daß der jüdischeFürst seine Macht über die Gemeinde des abendländischen Chalifatszu Gelderpressungen benutzen und ihm reiche Geschenke zuwendenwerde; aber Jbn-G'au hatte die Gemeinde nicht belastet und konntefolglich Almansur's Geldgier nicht befriedigen. Dafür wurde er seinerFreiheit beraubt (um 986). Nachdem er ungefähr ein Jahr im Kerkerzugebracht, befreite ihn der Chalife Hischam, der Jbn-G'au einst beieinem Gange zur Moschee erblickte, nach dem Grunde seiner Ein-kerkerung fragte, und als er ihn nichtig fand, seine Befreiung ver-
9 Ders. bei Munk Iloties sur ^.dorckrvaliä x. 79, Note und AbrahamJbn-Naud.
-) Abrahm Jbn-Daud.