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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Jbn-Abitur und Jbn-G'au.

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Der Streit darüber war so heftig, daß er auf friedlichem Wege nichtbeigelegt werden konnte. Beide Parteien wendeten sich an den Chalifen.Angesehene Anhänger R' Chanoch's, siebenhundert an der Zahl, begabensich in Prachtgewändern mit wallenden Federbüschen zu Wagen mehrereTage hintereinander nach Az-Zahra, Alhakem's Residenz unweit Cor-dova, um die Gunst des Chalifen für ihren Rabbinen zu erwirken.Die Gegenpartei ersetzte ihre geringe Zahl durch größeren Eifer.Alhakem entschied sich gerechter Weise für den Wunsch der Mehrzahlder Gemeinde und bestätigte R' Chanoch im Rabbinate. Da aberJbn-Abitur seine Ansprüche noch immer nicht aufgeben mochte, sowurde er von der siegenden Partei in den Bann gethan. Indessenließ er seine Hoffnung nicht fahren. Er wendete sich persönlich anden Chalifen und hoffte ihn mit seiner Kenntniß der arabischen Literaturund dem Dienste, den er ihm durch seine Uebersetzung der Mischnahgeleistet, günstig für sich zu stimmen und den Bescheid rückgängigmachen zu können. Er hatte sich aber getäuscht. Der Chalife ent-gegnen ihm:Wenn meine Araber mich so verschmähten, wie Dichdie Cordovaner Gemeinde, so würde ich mein Reich verlassen. Ichkann Dir nur den Rath geben, auszuwandern." Der Wunsch desChalifen schien Jbn-Abitur Befehl zu sein, und er verließ daraufCordova (um 975). Spanien ganz verlassen mochte er nicht, weilihm die Hoffnung schmeichelte, seine Freunde würden sich Mühe geben,eine günstige Wendung herbeizuführen. Er hielt sich daher einigeZeit in der damals bedeutenden Hafenstadt Beg'enna auf und wollteMit dem Rabbinen dieses Ortes, Samuel ha-Kohen, eine Verbindunganknüpfen und ihn bewegen, den Bann aufznheben. Aber dieser mochteihn gar nicht vorlassen, weil der Bann auf ihm lastete. Darauf schriebihm Jbn-Abitur einen heftigen Brief in aramäischer Sprache, woriner dessen Benehmen tadelte. Da Jbn-Abitur einsah, daß er in Spanienkeine Annehmer finden konnte, begab er sich zu Schiffe nach Afrikas,durchwanderte einige Zeit Maghreb, das fatimidische Reich und Wohlauch Egypten, ohne, wie es scheint, irgendwo günstige Aufnahme zufinden.

Indessen trat doch plötzlich eine günstige Wendung für Jbn-Abitur ein. Einer seiner Hauptanhänger gelangte zu einer hohenStellung und wandte seinen Einfluß zu dessen Gunsten an. DieserMann war der Seidenfabrikant Jakob Jbn-G'an, dessen plötzlichesabwechselndes Steigen und Fallen deutlich das Willkür-Regiment desspanischen Chalifats nach dem Tode des letzten gerechten und gebil-

y Abraham Jbn-Daud.