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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Scherira.

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überraschende Aufschlüsse über dunkle Partieen der jüdischen Geschichte.Die von ihm ausgezeichnete Chronik der Saburäer und Gaonen istder Wegweiser für diese Geschichtsepoche. Scherira bewährt sich indiesem geschichtlichen Gutachten als echter Chronikschreiber mit derganzen Trockenheit, Wahrhaftigkeit und Zuverlässigkeit eines solchen.Nur seine Urtheile über die Exilsfürsten von der bostanaischen Linieund über einige Zeitgenossen, namentlich über Aaron Jbn-Sargadu(S. 278) sind nicht ganz unparteiisch gehalten. Dem Gaon Scherirahat die jüdische Geschichte die Continnität des Fadens von Abschlußder talmndischen Epoche bis auf seine Zeit zu danken. Ein historischesKunstwerk zu erzeugen war nicht seine Sache, wie überhaupt nichtSache des mittelalterlichen Geistes. Im Morgen- und Abendlande,unter Arabern, Spaniern, den germanischen Stämmen und Byzan-tinern war die lebendige Geschichtsschreibung zu einem dürren Skelettvon Namen und Jahreszahlen vertrocknet, und Scherira schrieb nichtschlechter, als seine Zeitgenossen.

Trotz seiner unermüdlichen Thätigkeit als Schulhaupt konnte erden Verfall der pumbaditanischen Hochschule nicht aufhalten. DerEifer für Talmudstudium und wissenschaftliches Streben war einmalin den babylonischen Ländern erkaltet. So arm war die Akademiean Männern, daß Scherira seinen begabten, frühreifen Sohn Ha! imAlter von sechszehn Jahren zur zweiten Würde als Oberrichter promo-viren mußte. Die Hochachtung vor dem Gaon war geschwunden.Einige böswillige Männer erhoben gegen Scherira eine Anklage unbe-kannten Inhalts, wahrscheinlich wegen strenger Handhabung des Regi-mentes, bei dem damaligen Chalifen Alkadir (um 997). In Folgedessen wurden Vater und Sohn gefänglich eingezogen und aller ihrerGüter beraubt, so daß ihnen nicht einmal die Mittel zur Fristungdes Lebens geblieben waren. Auf Verwendung einer angesehenenPerson wurden sie indessen in Freiheit gesetzt und durften wieder inihrer Würde fungiren Z. Scherira legte sie aber bald darauf, wie esheißt, wegen hohen Alters, nieder, übertrug sie auf seinen Sohn Ha!(998) und starb einige Jahre später (um 1000)^).

y Herr Prof. Luzzatto theilte mir brieflich eine sehr einleuchtende Emen-dation für den unverständlichen Satz bei Abr. Jbn-Daud in Betreff Scherira'smit. Statt nnn no'iL« müßte es heißen: .1^8 'i-2 ... v'2

nun. Die Phraseologie: '2 oder '-02 kommt öfter bei diesem Chronographenvor in der Bedeutung:sich auf Jemanden stützen",von Jemandem protegirtwerden". Ich halte diese Diorthose und Erklärung für durchaus sinngemäß.

2) Vergl. Harkavy in Frankel-Graetz Monatsschrift 1883 S. 183.

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