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Geschichte der Juden.
Menahem's Sendschreiben scheint nicht ohne Eindruck auf Chasdaigeblieben zu sein. Obwohl er ihn lange auf Antwort schmachten ließ,schrieb er ihm doch endlich einen freundlichen Brief, der den Unglück-lichen erquickte. Menahem ergoß sich daher in einem zweiten Send-schreiben in Danksagungen darüber, daß er sein gebeugtes Haupt auf-gerichtet, und daß seine Augen wieder zu ihm aufblicken dürfen, wiedie des Sklaven zu seinem Herrn *). Weiteres ist von Menahem b.Saruk nicht bekannt. Er scheint übrigens vor seinem NebenbuhlerDunasch gestorben zu sein, und seine Jünger übernahmen seine Recht-fertigung. Von diesen Jüngern werden drei namhaft gemacht^): Jehudab. Daud, Isaak Jbn-G'ikatila mit Dichterbegabung und ein Ben-Kafron (Ephraim?). Diese drei Menahemistcn nahmen sich ihresMeisters an und wehrten Dunasch's Angriffe von ihm ab. Auch siewidmeten die polemische Schrift dem jüdischen Minister und schicktenihr ein Loblied auf denselben und eine Satyre gegen Ben-Labratvoran. Chasdai scheint gerade von einem diplomatischen Siege, dener für den Chalifen Alhakem errungen hatte, heimgekehrt zn sein unddaran knüpften die Menahemisten an und feierten seinen Triumph:„Dem Beschützer der Lehre, dem Fürsten in Juda bringt Gruß, ihrBerge. Alle Welt jubelt über seine Rückkehr; denn so oft er abwesendist, tritt Düster ein, die Uebermüthigen herrschen, fallen auch über Juda'sSöhne her. Chasdai aber bringt wieder Ruhe und Ordnung zurück.Der Herr hat ihn zum Fürsten eingesetzt und ihm die Gunst desKönigs zugewendet, daß er ihn über alle Großen erhoben. Er besiegtemit Gottes Beistand die Christen; Alles huldigt ihm dafür und hofftauf ihn wie lechzendes Gefilde auf Thau und Regen." Seiner Wahr-heitsliebe wollen die Retter von Menahem's Ehre die Streitsacheempfehlen und ihn zum Schiedsrichter machen gegen Ben-Labrat, „dersich zum Meister der Erklärer aufgeworfen, der in's Wesenlose zielt,der die heilige Sprache durch fremde Maße entweiht und verderbt" ^).Die Erforschung und Ergründung der hebräischen Sprache wurde inSpanien mit leidenschaftlichem Kampf, mit heißem Blute, mit galliger
Sendschreiben a. a. O. S. 33 u; vergl. die vorige Anmerkung.
-) Die Satyre, in Stern's libsr rssxanstonuin, wo der Verfasser sichselbst im neunten Verse nennt: Jehud i b. Scheschet, und dieser ist keinanderer als der von Mose Jbn-Esra erwähnte. Die Satyre ist also von einemDunaschiten gegen die Menahemisten gerichtet. Hingegen ist die Satyre be-ginnend i» nv! offenbar von einem Menahemisten gegen einen
Jünger Ben-Labrat's gerichtet; sie scheint aber defekt zu sein.
2) Dieses Dedicationsschreiben stammt von Menahem's Jüngern und nichtvon ihm selbst.