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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Chasdai Jbn-Schaprut und Ben-Saruk. 315

Der Arme beeilte sich, seinem ehemaligen Gönner Anzeige vonden erlittenen Mißhandlungen zu machen und ihn um Abhülfe zubitten. Aber Chasdal, der ihn ohne Verhör verdammt hatte, bliebtaub gegen dessen Klage und fügte noch Spott zum Unrecht hinzu.Er schrieb ihm eine lakonische Antwort:Bist Du schuldig, so habeich Dich durch Strafen zur Besserung geführt; bist Du unschuldig, sohabe ich Dir durch unverdientes Leiden die ewige Seligkeit ver-gewissert" *). Chasdai's Verfahren gegen Menahem Ben-Saruk istein Schandfleck an seinem Charakter.

Allein der Unglückliche nahm seine Mißhandlungen nicht so ge-duldig hin. Er richtete vielmehr eine scharf gespitzte Epistel an denMächtigen, der sich in seiner hohen Stellung unangreifbar wähnte.Dieser Brief ist zugleich demüthig und selbständig gehalten und bewegtnoch heute zu tiefem Mitleid für den Mißhandelten. Er ist zugleichein Muster schöner hebräischer Prosa. Menahem sagte ihm darinbittere Wahrheiten, an die das Ohr des Hochgestellten nicht gewöhntwar. Aus Furcht, Chasda'i möchte sein Sendschreiben ungelesen beiSeite legen, beschwört er ihn im Eingänge, Einsicht davon zu nehmen.Nachdem er seinen Thränen Worte geliehen, bemerkt Ben-Saruk:Mein Weinen ist nicht das Zeichen der Demüthigung vor Dir,sondern die natürliche Wirkung Deiner Rechtsverhöhnung an mir.Du hast mich, wie ein Gott gerichtet. Du bist Zeuge und Richterin einer Person und beurtheilst Herzensgeheimnisse. Aber selbst,wenn ich ein arger Verbrecher wäre, hättest Du nicht Auftraggeben sollen, mich am Sabbat und Feiertag zu züchtigen und dieheiligen Tage zu entweihen." Dann erinnerte Menahem, wie Jbn-Schaprut ihn früher zu sich eingeladen, ihn bewogen, seine Heimathzu verlassen und in Gluth und Sturm sich in dessen Nähe zubegeben; wie der Dichter ihn in gebundener und ungebundener RedeLob gespendet und die Poesie zur beflügelten Botin seines Ruhmesgemacht; wie er ihm goldene Versprechungen gemacht »nd sie mit falscherMünze eingelöst. Er beruft sich auf Zeugen seiner Unschuld, die er hätteanhören müssen, ehe er seinen Feinden das Ohr geliehen. Aber alsob er selbst vor so viel Kühnheit zurückschreckte, entschuldigte Menahemzum Schlüsse seinen Unmuth und seine Verzweiflung und bat um Gnade.

-) Das. 28 b.

-) Menahem's Sendschreiben von Luzzatto zuerst veröffentlicht (a. a. O.)ist eine höchst interessante Urkunde. Der Text ist aber an manchen Orteneorrumpirt. So muß es (S. 33 u. Zeile 10 v. o.s heißen: ims 22:21 120112212^ >i'i' statt des sinnlosen Wortes 02:2.1 ^2.