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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

und Genüssen dieser Welt abzuwendcn und lieber ein Loblied in ge-messenen Versen auf denFürsten" und dasOberhaupt" der Gemeindezu singen,der die Schaaren der Barbaren aufgerieben." Er hebtdann hervor, wie der Fürst Chasdai zehn Festungen eingenommen,den Sohn Radmir's (Sancho Ramirez) sammt Edelleuten und Geist-lichen wie Landstreicher deren Feinden überliefert und die bethörteKönigin Toda trotz ihres männlichen Charakters ebenfalls nachgezogenhabe. Vermöge seiner Klugheit zitterten Völker vor ihm und Königesendeten ihm nach Spanien Geschenke. Sein Name sei gefeiert inOsten und Westen, das Haus Esan's und Arab (Christen und Moham-medaner) Preisen seine Huld. Seinem Volke wende er Wohlwollen zu,verjage seine Gegner und demüthige die ihm Uebelgesinnten. DenArmen erweise er sich als Vater; seine spendende Hand sei wie Thaufür die Söhne der Muse, für die Söhne der Lehre (die Talmud-beflissenen) sei er Stütze und Leuchte und verwende sein Vermögenfür Ankauf von Schriften. Darum habe er, der geringste der Lehrer,sich bewogen gefühlt, sein Verdienst zu preisen und sein Loblied andie Spitze seiner Schrift zu setzen.

Dunasch's Schmeicheleien gegen den jüdischen Hofmann und seinegrobe Polemik gegen Menahem verfehlten des Eindrucks nicht. DieBewunderung, die Chasdal für Ben-Saruk hatte, verringerte sich, alser wahrnahm, daß Dunasch ein besserer Poet und mindestens eben-bürtiger Sprachkenner sei. Als nun gar einige Ohrenbläser, die sichin die Gunst des jüdischen Großen setzen wollten, Menahem bei ihmverleumdeten der Gegenstand der Verleumdung ist nicht bekanntverwandelte sich Chasdai's Gunst in Ungunst gegen seinen Schützling.Menahem scheint in Folge dessen Cordova verlassen und sich in dasHaus seiner Väter (in Tortosa?) zurückgezogen zu Habens. SeineFeinde wußten ^Chasdai's Gemüth so sehr gegen ihn zu erbittern, daßer, uneingedenk der feierlichen Versprechungen, die er ihm in derMitternachtsstunde nach dem Tode seiner Mutter gegeben, ihn ungehörtverurtheilte. Er ließ den Befehl ergehen, Menahem zu züchtigen. Aneinem Sonnabend überfielen ihn jüdische Häscher, mißbandelten ihn,warfen ihn am darauf folgenden Passahfeste aus seinem Hause, daser von seinem Vater ererbt hatte und mit seinen Brüdern bewohnte,zerstörten es von Grund aus und eigneten sich die Materialien an.Der unglückliche Menahem Ben-Saruk wäre dadurch ganz verkommen,wenn sich nickt Chasdal's Bruder seiner erbarmt und ihm Lebens-unterhalt gewährt hätte").

*) Folgt aus Menahem's Sendschreiben bei Luzzatto Lst Im-OrM x. 29 d.

-> Das. und S. 32 a. In Zeile 6 von oben muß man statt des sinnlosen»von losen: i'nn 'viu voni 'bst (Bemerkung des Herrn P. M. Heilperin).