Dunasch Ben-Labrat.
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Ausstellungen an Saadia's exegetischen und grammatischen Leistungen,stellte sie in einer polemischen Schrift (Tosobubot)*) zusammen, nahmaber einen barschen und rücksichtslosen Ton gegen ihn an, obwohl ermit Saadia persönliche Bekanntschaft hatte, oder gar sein Jünger war^).Sobald ihm Menahem's Lexikon zu Gesichte kam, machte sich Dunaschdarüber, um die Jrrthnmer darin aufzndecken und verfaßte auch gegenihn eine kritisirende Schrift (Dosobubot st in witzelndem, spöttelndemTone, mit vieler Gewandtheit zwar, aber in verletzender Art. ImEingänge thut Ben-Labrat, als wenn er den Angegriffenen be-schwichtigen wollte. „Ich weise Dick zurecht, mein Bruder, damitDu mich lieben sollst. Ist es ja unsere Pflicht, einander zurechtzu-weisen." Auf diesen milden Eingang folgen aber gleich harte Aus-fälle: „Hätte ich nicht eingesehen, daß Dein Werk den Jüngern undden sogenannten Kundigen Nachtheil bringt und verkehrte Anschauungeneinprägt, so würde ich geschwiegen haben". Dunasch's Polemik gegenMenahem ist zum Theil zutreffend, zum Theil aber höchst ungerecht.Seine exegetischen Bemerkungen sind überhaupt richtiger, da er sichweniger ängstlich an den massoretischen Text anklammerte. Mehr alsvier und zwanzig Verse erklärte Ben-Labrat abweichend von der masso-retischen Lesart, und seine Erklärung giebt allerdings einen bessernSinnes. Dunasch's Heftigkeit rührte vom Hochmuthe der Gelehrten-kaste her Er glaubte, daß derjenige, der nicht im Orient Weisheiterlernt, unwissend sei. Er verachtete die jüdischen Forscher von Spanienals Unmündige und Unberufene gründlich st. Darum hielt sich auchDunasch nicht in den Grenzen einer wissenschaftlichen Fehde, sonderngab ihr eine größere Praktische Tragweite. Er widmete seine kriti-sirenden Ausstellungen gegen Menahem dem jüdischen Staatsmanneund streute ihm in den vorangeschickten Hnldigungsversen so viel Weih-rauch, daß es nicht zu verkennen ist, seine Absicht wa§, den jüdischenMäcen für sich zu gewinnen und Menahem in dessen Augen zu ver-kleinern.
In dem ein und vierzig kleine Strophen enthaltenden Widmungs-gedicht ermahnt der Dichter sein Herz, sich von den trügerischen Freuden
st Diese Tssollrckot gegen Saadia sind eben nach einem Luzzatto'schenManuscript von Or. Schröter (I864> edirt.
st Folgt ans einer Notiz Note 21, II.
st Die Tssollubot gegen Menahem sind zuerst veröffentlicht von Filipowski,London 1855.
st Vergl. darüber dessen Dssellrckob 50 b; 59, 91, Jbn-Esra's 8spbabllstsr Nr. 107 — 117, 120, 122.
st Vergl. Pinsker, Illbnts Noten S. 164.