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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

Wo er nach seiner Auffassung der Bibelverse eine eigene Erklärunggiebt, zeigt er öfter gesunden Sinn und geläuterten Geschmack, und esist ein entschiedener Fortschritt in der Schrifterklärnng von Saadia zuMenahem^). Hin und wieder stellte er Erklärungen auf, welche dertalmudischen Tradition und den damaligen Vorstellungen geradezu ent-gegenliefen. Die Vorschrift im Gesetze:das Zeichen an der Handund an der Stirn zu tragen", deutete Menahem nicht auf das Anlegender Gebetkapseln, sondern, gleich den Karäern, als Erinnerung im bild-lichen Ausdrucke gebraucht

Obwohl Menahem die hebräische Sprachforschung auf eine höhereStufe gehoben hat, so ist er doch nicht frei von großen Jrrthümerngeblieben. In seiner Wurzelaussonderung ging er viel zu weit, glaubte,von falschen Gesichtspunkten ausgehend, nicht blos zwei-, sondern sogareinkonsonantige Wortkeime annehmen zu müssen, und verkannte dadurchdas Gebilde der hebräischen Spracherscheinnngen. Seine Bibelerklärungensind nicht selten gekünstelt und gewaltsam, und er konnte sich überhauptvon der hergebrachten Exegese nicht ganz frei machen. Dennoch wurdesein lexikographisches Werk, weil hebräisch geschrieben, viel gelesen undbenutzt, verbreitete sich nach Frankreich und Italien, verdrängte diesaadianischen und die karäischen Arbeiten und wurde eine Zeit langder Wegweiser für Bibelforscher. So edel, blühend und fließendMenahem's hebräische Prosa ist, so unschön und ungelenk nehmen sichindessen seine Verse aus. Er verstand noch nicht, das hebräischeVersmaß zu handhaben. Ihn ergänzte nach mancher Seite sein Neben-buhler Dunasch b. Labrat.

Dieser Dichter (auch Adonim genannt), stammte aus Bagdad,war jünger als Menahem (geb. um 920 st. um 990), wohnte in Fezund wurde ebenfalls von Chasda'i nach Cordova berufen ^). Dunaschscheint vermögend gewesen zu sein und trat darum freier und unab-hängiger auf als der Grammatiker von Tortosa. Es war überhaupteine feurige, rücksichtslose Persönlichkeit, die das Wort nicht auf dieGoldwage legte und er war zum literarischen Streite wie geschaffen.Auch er besaß tiefe Kenntniß der hebräischen Sprache, lehrte bereitsim dreißigsten Lebensjahre vor einem Jüngerkreise, war ein viel ge-diegenerer Dichter als Menahem, führte, wie schon erwähnt, in Spanienin den rabbanitischen Kreis zuerst das Versmaß für die neuhebräifchePoesie ein und verlieh ihr damit einen neuen Reiz. Auch er macht

*) Vergl. das. p. 55, 57, 81, 98.

") Das. x. 99.

Folgt daraus, daß Tunasch sich mit den politischen Borgängen in Cor-dova sehr vertraut zeigt und auch aus dem Schlüsse seiner Dedication an Chasdäi.