Chasdal Jbn-Schaprut.
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chischen auch das Lateinische verstände, und Constantin sandte, um sichdem mohammedanischen Hofe gefällig zu zeigen, einen Mönch Nikolas,welcher Dolmetscher sein sollte. Unter allen Aerzten Cordovas verstandaber nur Chasdai das Lateinische. Er wurde daher vom Chalifenbeauftragt, sich an der Uebersetzung zu betheiligen, so daß Nikolasdas griechische Original ins Lateinische und Chasdal dieses ins Arabischeübertrug. Der Chalife Abdul-Rahman freute sich über das Zustande-kommen einer Arbeit, die nach seiner Ansicht seiner Regierung einenhohen Glanz verlieht).
Bei der Gesandtschaft, welche der mächtige deutsche Kaiser Otto I.an den Hof von Cordova schickte, hatte Chasdai eine eigene Rolle.Abdul-Rahman hatte nämlich vorher einen Botschafter an Otto gesandtund in dem Gesandtschaftsschreiben sich einiger unglimpflichen Aus-drücke gegen das Christenthum bedient. Die andalusischen Gesandtenhatten aber mehrere Jahre warten müssen, ehe sie zur Audienz vor-gelassen wurden. Nachdem sie empfangen worden waren, schickte derdeutsche Kaiser eine Gegengesandtschaft, an deren Spitze der Abt Johannesvon Gorze (Jean de Vendiores) stand, und gab ihr ein Schreibenmit, welches ebenfalls harte Ausfälle gegen den Islam enthielt. DerChalife, der so etwas vermuthete, beauftragte daher Chasdal, denInhalt des gesandtschaftlichen Diploms auszuforschen. Chasdal ver-handelte also mehrere Tage mit Johannes von Gorze, und obwohldieser sehr gewandt war, so überlistete ihn Chasdal doch und erfuhrvon ihm die Wendung des Sendschreibens. Darauf ließ Abdul-Rahmandie deutsche Gesandtschaft ein ganzes Jahr auf Audienz warten undhätte sie noch länger hingezogen, wenn nicht Chasdal in Verbindungmit dem muzarabischen Bischof von Cordova Johannes von Gorzebewogen hätten sich vom Kaiser ein neues, unverfängliches Diplomkommen zu lassen (956—59^).
Chasdal, der von seinem Schauplatze aus gewöhnt war, die Ver-hältnisse im Großen anzusehen, fühlte sich tief bekümmert, wenn erauf die Lage der Juden, auf ihre abhängige, geduldete Stellung, aufihre Zerstreuung und Zusammenhangslosigkeit einen Blick warf. Wieoft mußte er aus dem Munde von Mohammedanern und Christen denHaupteinwurf gegen die Wahrheit des Judenthums vernehmen: „DasScepter ist von Juda gewichen, folglich ist es von Gott verworfen."
*) Jbn-G'olgol bei de Sacp: llbäsllatil x. 496 und bei PH. Luzzattoa. a. O. p. 6.
2) Laneborura zum 27. Februar 1. III. x. 712 und bei Pertz
uaouurusiits, IV. 371 f. vergl. Schlosser Weltgeschichte V. 120. Klopp: Ge-schichten d. deutschen Kaiserzeit 140 ff.