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Geschichte der Juden.
Gemeinde der Hauptstadt Cordova hatte er eine Art richterlicher undpolitischer Oberhoheit inne*), sei es, daß sie ihm sein Gönner, derChalife, übertragen oder daß sich ihm die Gemeinde freiwillig unter-geordnet hat. Die babylonische Hochschule, der er reiche Spenden zu-fließen ließ, ertheilte ihm den mehr pomphaften als inhaltlichen Titel„Oberhaupt des Lehrhauses" (Koovü-Lallati ^), obwohl er vomTalmud wohl noch weniger verstand als jener R' Nathan, der seineStelle R' Mose selbstlos überlassen hatte. Mit Dunasch b. Tamimstand er in schriftlichem Verkehr und ließ sich von ihm eine astronomischeBerechnung des jüdischen Festkalenders anfertigen (o. S. 291). MitSaadia's Sohn Dossa stand Chasdai ebenfalls im Briefwechsel undließ sich von ihm die Lebensbeschreibung seines großen Vaters zu-schicken ^). Die Gesandten der vielen Herren, welche des Chalifen Gunstoder Schutz suchten und auch ihm Geschenke zu bringen pflegten, umsich seiner Fürsprache zu vergewissern, fragte Chasdai über den Standder Juden unter ihnen und stimmte sie günstig für seine Glaubens-genossen.
Bei zwei Gesandtschaften der mächtigsten Höfe Europas spielteChasdai eine Rolle, und sein Name wurde i» die Geschichte derselbenverflochten. Das von vielen Seiten bedrängte und verrenkte byzan-tinische Kaiserthum, das sich Jahrhunderte lang als Mumie erhaltenhat, bedurfte stets auswärtiger Stützen. Der schwache und pedantischgelehrte Kaiser Constautin VIII., Sohn und Bruder der Kaiser, welcheden Juden so viel Leid zugefügt (o. S. 229), suchte eine diplomatischeVerbindung mit dem mächtigen moslemitischen Beherrscher Spaniens,um einen Bundesgenossen gegen das morgenländische Chalifat zu ge-winnen. Er schickte daher eine feierliche Gesandtschaft nach Cordova(um 944—949), und um recht vielen eitlen Glanz zu entfalten, mitreichen Geschenken, darunter auch ein schönes Exemplar eines griechisch-medizinischen Schriftstellers (Dioskorides) über die einfachen Heilmittel,nach welchem der Chalife und sein medicinisches Collegium Verlangenhatten. Die Gesandten des judenfeindlichsten Hofes wurden von demjüdischen Staatsmanne empfangen und zur Audienz geführt. Aberdas Buch, auf welches die arabischen Aerzte und Naturforscher einenso hohen Werth legten, war für sie mit sieben Siegeln verschlossen;Niemand verstand es zn lesen. Abdul-Rahman bat sich daher vombyzantinischen Kaiser einen kundigen Mann aus, der neben dem Grie-bs Abraham Jbn-Daud in 8slvr üa-Labbalall, sä. Amsterd. 70a.
2) So wird Chasdai genannt von Dunasch b. Labrat in seiner Dedicationund von einem anderen Dichter.
Abraham Jbn-Daud das.