Chasdal Jbn-Schaprut.
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ihre Geschenke und Diplome entgegen zu nehmen und ihnen Gegen-geschenke von Seiten des Chalifen einzuhändigen. Er war aber auchzugleich Handels- und Finanzmiuister, indem durch seine Hände dieLandeseinnahmen für Produkte und Zölle in die Staatskasse flössen^).Bei alledem hatte Chasdal keinen bestimmten offiziellen Titel; er warweder Wesir (Hagib bei den spanischen Arabern) noch Staatssekretair(Katib). Denn auch die Araber hatten Anfangs ein zu starkes Vor-urtheil gegen die Juden, als daß sie dieselben in den Kreis der Staats-würdenträger hätten aufnehmen lassen sollen^). Noch war die ebenaufblühende Kultur im mohammedanischen Spanien nicht im Standegewesen, die judenfeindlichen Aussprüche des Koran zu überwinden.Der gerechte und edle Fürst selbst, der zu seiner Zeit die größte Zierdedes Thrones war, durfte sich nicht über diese angeborenen Vorurtheilehinwegsetzen, die Juden selbst mußten sie erst durch ihre Geistesüber-legenheit nach und nach besiegen. Chasdai' hat zuerst unter den anda-lusischen Moslemin eine günstige Stimmung für seine Glaubensgenossenerweckt und sie durch seinen Zutritt zur Person des Chalifen vorUnbilden schützen können. Darum konnte ein jüdischer Sänger ihnmit den Worten preisen:
„Er nahm von seinem Volke das drückende Joch,
Weihte ihm seine Seele und nahm es ins Herz,
Zerbrach die Geißel, die es verwundete,
Und schreckte dessen herzlose Bedrücker von ihm zurück.
Der Unvergleichliche sandte es seinem UeberresteZum Trost und zum Heile
In diesem Lobe ist nichts übertrieben. Chasdal war in der Thatfür die nahen und fernen Gemeinden ein Tröster und Befreier. Seinehohe Stellung und seine Reichthümer verwendete er zum Nutzen seinerGlaubensgenossen. Sein tief religiöser Sinn ließ ihn erkennen, daßer sein hohes Ansehen nicht seinem Verdienste, sondern der göttlichenGnade zu verdanken habe, und er fühlte sich deswegen berufen, fürseine Religion und Stammgenossen thätig zu sein. Ueber die jüdische
Z Folgt aus Chasdal's Sendschreiben an den Chazarenkönig.
") Ueber die Vorurtheile der spanischen Mohammedaner gegen die Judenzu Abdul-Rahman's Zeit berichtet der Bischof von Cordova an den deutschenGesandten des Kaisers Otto I.: Liraul ipsorura i Gbristigaorura) eoavietuäslsvtgabur (8s.rg.vsai) vura lluägsos xsaibus sxlrorrsgab. — ^.vbgLgaotorura zum 27. Februar T. III. p>. 712. Vergl. den Anfang von Chas-dai's Sendschreiben an den Chazarenkönig.
3) Aus dem Gedichte von M. b. Saruk's Jüngern, mitgetheilt von Prof.Luzzatto Lsd llg-Oögr p. 23 f. und bei klaloxsas ImMstto blotios sur^.bou-ckousout Hgsclais p. 68. Jetzt vollständig edirt von S. G. Stern.Ickbsr Lsspoasioaura rmi! nww'.i, Wien 1870.