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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Juden im arabischen Spanien.

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die Juden Spaniens bei zunehmender Bildung nur noch mehr Vor-liebe und Begeisterung für ihre heimathliche Sprache, ihr heiligesSchristthum und ihre angestammte Religion. Weit entfernt, daß dieVertreter des Judenthums die Aneignung des fremden Wesens verpöntund sie als Abfall gebrandmarkt hätten, waren sie Beförderer der ara-bischen Cultur; sie zogen daraus frische Säfte, um das Judenthumzu verjüngen und zu veredeln. Durch ein Zusammentreffen glücklicherUmstände war das jüdische Spanien im Stande, zuerst mit Babylonieneinen Wettlauf anzustellen, dann ihm das Scepter zu entwinden undendlich die Führerschaft über die Judenheit fast ein halbes Jahrtausendzu behaupten. Mit Recht sang ein jüdischer Dichter (Charisi):

Hispanien westlich gelegen.

Und Babylonien ihm östlich entgegenUnter einem glücklichen Klima voll Segen;

Es mußte darum in Beiden,

Gleichsam den Pfeilern zu des Erdballs Seiten,

Die Wissenschaft sich verbreitenUnd hier und dort, an beiden Enden,

Sich zum höchsten Ziele wenden.

So waren früher in Babel's KreisenDie Weltweisen,

Und später in SepharüdDie Klugen in Rath und That,

Kundig in des Gesanges Pfad."

Als der Sänger-Chor hörte auf zu singen,

Begann Hispania's Lyra zu klingen,

Als Ostens Söhne keinen Ton mehr fanden.

Da sind des Westens Dichter aufgestanden" >).

Drei Männer waren die Begründer der jüdisch-spanischen Cultur :der nach Cordova verschlagene Talmudkundige Mose b. Chanoch, dererste andalusische Grammatiker Menahem b. Saruk und der Schöpferder Kunstform für die hebräische Poesie, Dunasch Jbn-Labrat. Aberdiese Kulturblüthe konnte sich nur durch einen Mann entfalten, dervermöge hoher Begabung, gediegenen Charakters und hervorragenderStellung gewissermaßen die Sonne dafür war und die Knospe erst zumAufbrecben trieb. Dieser Mann war Abu-Jussuf Chasdai b. IsaakJbn-Schaprut (geb. nm915, gest. um 970^) aus der edlen FamilieJbn-Esra, der den geistigen Bestrebungen Halt und Mittelpunkt ge-

bortas trackrt possib rations-bilitsr äiriZsrs Iitsru8. (Xptstols. Uvari tutAoros Xspana suAiacku XI. 81).

*) Charisi in dessen 18. Makama (Ls-ob^srnoirij nach Zedner's Ueber-setzung Auswahl hist. Stücke 70.

-) Vergl. Note 21, I.