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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Geschichte der Juden.

darbot, brachte es das spanische Chalifat unter den Söhnen Omejja'svoller Manneskraft und Geistesfrische zu einer Culturhöhe, die dasMittelalter fast vergessen macht. Unter Abdul-Rahman III. (mit demBeinamen An-Nasir) der zuerst den vollen ChalifentitelFürst derGläubigen" (Emir-Al-Mumenin) führen konnte war Spanien aus-schließlich der Sitz der Wissenschaft und der Kunst, die sonst fast aufdem ganzen Erdenrund geächtet oder mindestens unbeachtet waren Mitihm begann die klassische Zeit der moslemitischen Culturblüthe, die mitWohlstand und Kraftfülle gepaart war, und sie konnte nur diese Stufeerreichen, weil ihre Träger edle Fürsten waren, welche von Vorurtheilgegen die Bekenner einer anderen Religion frei waren. Am meistengalten in Spanien die Lieblinge der Musen, die Meister des wohl-lautenden Sanges und der geistreichen Rede. Ein gelungenes Gedichtwurde fast noch mehr gefeiert als ein errungener Sieg, und der Siegwar wieder Gegenstand der Poesie. Jeder Große, vom Chalifen biszum letzten Provinzial-Emir, war stolz darauf, Gelehrte und Dichterzu seinen Freunden zu zählen und ihnen über die Sorge für die Lebens-bedürfnisse hinwegzuhelfcn. Die Männer der Wissenschaft und derPoesie wurden zu hohen Aemtern befördert und mit den höchsten Staats-Interessen betraut.

Dieser geistigen Atmosphäre konnten sich die Juden Spaniens beider dem jüdischen Stamme innewohnenden leichten Erregbarkeit undEmpfänglichkeit nicht entziehen. Ihr Sinn wurde von Begeisterungfür Wissenschaft und Dichtkunst ergriffen und auch das jüdische Spanienwurdeeine Freistätte der Bildung und Geistesregsamkeit, ein duftenderGarten heiterer, lebensfreudiger Poesie, so wie der Sitz ernster Forschungund Hellen Denkens"*). Gleich den Muzarabern (den unter Moham-medanern wohnenden Christen) hatten sie sich mit der Sprache undLiteratur des herrschenden Volkes vertraut gemacht und liefen ihnennicht selten den Rang ab. Aber während die Muzaraber ihre Eigen-thümlichkeit an das arabische Wesen so weit aufgaben, daß sie ihreMuttersprache, das gothische Latein, vergaßen, ihre Bekenntnißschriftennicht mehr verstanden und sich des Christenthums schämten^), empfanden

9 Vergl. M. Sachs: religiöse Poesie der Juden in Spanien S. 182.

h Ein Kirchen-Schriftsteller des zehnten Jahrhunderts klagt: Hais, roZalloäis solsrs in nostris üäslillus laiois invsnitur, gut svripduris ssnodisinvsndus Volumina, guorurnguurngus äovtorurn latüns aansoripta rss-pioiad? lllonns oinnss juvsnss ellrisdiani linZua äisosrii gsntilioia«ruäitions prasalari, arabioo öloguio sulllirnati, voluruiua Ollaläas-oruru aviäissirns traedand soolssiasdioarn pulollrituäinslli iZnorantss.Usu prall clolor! IinAus.ru snarn nssaiunt Ollriatiani, itsutoiuni tlllrisüoollsZio vix invsuistur unus in naillsno llorninurn nurnsro, gui saluta-