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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Pseudo-Josephus (Josippon).

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christlichen Zeitgenossen als Skythen geschildert und vom Verfasser Gogund Magog genannt), welche über Israels Dränger ein schweres Straf-gericht verhängen,wie wir es täglich sehen" H. In derselben Zeitverfaßte ein anderer jüdisch-italienischer Schriftsteller ebenfalls untereinem verkappten Namen eine Art Geschichte von der Weltschöpfungbis zum Untergange des zweiten Tempels durch die Römer, oder viel-mehr er goß ein älteres arabisches Geschichtsbuch in's Hebräische umund fügte einige Zusätze hinzu. Er trat als der alte GeschichtsschreiberJosephus auf, verwandelte aber diesen Namen in Josippon"), mischtein seiner Darstellung Geschichtliches und Sagenhaftes bunt durchein-ander und übertrug Zustände und Namen seiner Zeit auf's Alterthum.Der Verfasser des hebräischen Josippon gebrauchte aber die heiligeSprache mit vieler Gewandtheit, fast in altbiblischer Färbung, und dasist auch sein einziges Verdienst.

Es gab also im zehnten Jahrhunderte nur ein einziges Land, daswie dazu geschaffen schien, dem Judenthume ein fruchtbarer Boden zuwerden, worauf es die schönsten Blüthen treiben und zu einer höherenEntwickelung heranreifen konnte das mohammedanische Spanien,welches den größten Theil der pyrenäischen Halbinsel umfaßte. Währenddas christliche Europa wieder in vollständige Barbarei versank, aus deres die ersten Karolinger mühsam zu befreien strebten, und währenddas morgenländische Chalifat das Bild des herannahenden Greisenalters

H Die Abfassung dieses Agada-Werkes hat Herr Rapoport lichtvoll er-mittelt und die scheinbaren Widersprüche glücklich aufgehoben (Biogr. d. NathanRomi Note 43), nur hat er dessen Geburtsland verkannt. Es war nicht Babel,sondern die große Stadt Rom (die bei jüdischen, wie bei nachapostolischenKirchen-Schriftstellern Babel genannt wird). Es weht im ganzen Werke, so zusagen, europäische Luft. Manche Redensarten erinnern stark daran. Der Umstand,daß in Dans. ä. b. blliab nach Weltschöpfungsjahren gezählt wird,spricht besonders dafür. In Babylonien zählten die Juden bekanntlich nachseleucidischer Aera. Die zweimal wiederkehrende Phrase: Gog und Magog'sStrafgericht sei bereits über die Völker eingetroffen (o. 3, S. 7 b., o. 5,S. 13 a.) bezieht sich sicherlich auf die verheerenden Invasionen der Ungarn,wobei Italien am meisten gelitten, unter den deutschen Herrschern Arnulf bisOtto I. (in den Jahren 889 955). Der Chronograph Regino nennt dieUngarn: Zsns HunZarorum ksrooissima sb omni bslua eruclslior aLo^bbis rsZnis sb a xaiuäibus, gnas Dbanais sua rskusions in immsn-sum porriZitur, sKrsosa ssb (bei Pertz monumsnta Osrmanias I. 599).Eben nach dem Skythen lande versetzte das Mittelalter Gog und Magog,und die Ungarn konnten unter diesem Namen bezeichnet werden. Das Ver-hältnis: des D. ci. b. Liiab rabba zum 8urba ist mir noch nicht klar.

') Zeitalter und Vaterland des hebräischen Josippon oder Pseudo-Josephushat Zunz richtig ermittelt (gottesdienstl. Vorträge S. 150 ff.), im Nachweis desUrsprunges dagegen hat er sich vergriffen (vergl. o. S. 235, Amn. 2).