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Geschichte der Juden.
Umgebung konnte sich das Judenthum nicht zum Lichte emporarbeiten;es bedurfte dazu günstigerer Lagen.
Noch weniger als die mohammedanischen Reiche, Egypten undNordafrika, vermochten die christlich-europäischen Länder Mittelpunktfür das Judenthum zu werden. Dort herrschte damals noch einereckenhafte Barbarei und die entschiedenste Ungunst für ein geistigesLeben. Die Juden standen nicht minder auf sehr niedriger Stufe;daher ist die geschichtliche Erinnerung über die europäisch-jüdischenGemeinden stumm. Hier und da gab es in Italien Talmudkundige,wie in Oras (Oria bei Otranto), aber sie brachten es kaum über dieMittelmäßigkeit hinaus. Ueberhaupt haben die italienischen Juden inkeinem Fache Meisterschaft erlangt, sie blieben stets fleißige und treueJünger fremder Lehrer. In Babylonien machte man sich daher über„die Weisen" Roms, d. h. Italiens, weidlich lustig*). SelbstSabbatal Donnolo, der Vertreter der jüdischen Wissenschaft in dersaadianischen Epoche in Italien, erscheint als eine mittelmäßige, wennnicht gar kleinliche Persönlichkeit. Dieser Mann ist auch mehr durchseinen Lebensgang, als durch seine Leistungen bekannt geworden.
Sabbatai Donnolo (x/o/nvoulos geb. 913, st. um 970 9 aus Oria,gerieth als zwölfjähriger Knabe in Gefangenschaft, als die Moham-medaner des fatimidischen Reiches unter dem Feldherrn G'afar Jbn-Ubaid über die sicilische Meerenge drangen, Einfälle in Apulien undCalabrien machten, die Stadt Oria plünderten und die Einwohnertödteten oder als Gefangene wegschleppten (9. Tammus — 4. Juli 925).Zehn angesehene Gemeindeglieder von Oria fanden dabei den Tod, undDonnolo's Eltern und Verwandte wurden nach Palermo und Afrikaweggeführt. Er selbst wurde in Trani losgekauft. Verwaist und ver-lassen, war der junge Donnolo auf sich selbst angewiesen und erlerntedie Heilkunde und die Unheilkunde der Astrologie, erlangte in beidenFächern einen ausgebreiteten Ruf und war Leibarzt des byzantinischenVicekönigs (Basilicus) Enpraxi os, der im Namen des Kaisers Calabrienbeherrschte. Durch die ärztliche Praxis reich geworden, verwendete ersein Vermögen, um astrologische Schriften auzukaufen und Reisen zu
9 Vergl. Note 21, H.
9 Quellen über denselben Llslo Ollolnaiua sä. 6-siAsr x, 29 f. LsrsruOllsuasck Jahrg. VIII p>. 98 f. und ^.ras-ri llisboria äsi usslmuni äiLillilis, (Florenz 1858) Vol. II. p. 17t ff.
9 Vits. 8b. Uili junioris in den Bolandisten uoto. 8s,noboruoa zum29. September 1. V. p>. 313. «üror (1V771»v) ri.?
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das. p>, 316 und o. 8.