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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Das fatimidische Chalifat in Afrika.

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Medicin schreibt Ben-Tamim wunderlicher Weise einem jüdischen Ver-fasser zu. Er behauptet nämlich, die im Mittelalter hoch gefeiertemedicinische Autorität Galenus sei kein anderer gewesen, als derjüdische arzneikundige Patriarch Gamaliel (B- VI.g. S. 360). Dieseseine Schrulle beruhte auf einem Machwerk, das damals in arabischerund hebräischer Sprache circulirte i). Dunasch b. Tamim's Leistungenauf dem Gebiete der jüdischen Wissenschaft sind nicht sehr bedeutend.Er verfaßte eine hebräische Grammatik, die aber weiter nichts enthieltals Vergleichung der hebräischen mit den arabischen Spracherscheinungen ^).Dann schrieb er eine Erklärung zu dem räthselhaften Buche derSchöpfung (95556), weil ihm Saadia'sjArbeit darüber ungenügenderschien. Aber er hat eben so wenig wie Saadia die eigenthümlicheIdee dieses Weltschöpfungssystems ergründet. Die Araber stelltenTunasch b. Tamim so hoch, daß sie von ihm fabelten, er sei zum Islamübergetreten b), um ihn zu den Ihrigen zählen zu können; er bliebaber sicherlich bis an sein Lebensende dem Judenthnme treu, stand mitdem jüdischen Staatsbeamten Chasda! in brieflichem Verkehr undarbeitete für ihn ein astronomisches Merkchen über den jüdischen Fest-kalender aus.

Indessen, wenn auch Dunasch b. Tamim keine glänzende Er-scheinung war, so hätte er der Kairuaner Gemeinde und von da ausgrößern Kreisen Anregung zu wissenschaftlicher Auffassung des Juden-thums geben können. Allein das fatimidische Chalifat war nicht ge-schaffen, Culturboden für die Juden zu werden. Der fanatische Ursprungder fatimidischen Dynastiezu Stande gebracht durch einen schwärme-rischen Missionar, der in dem Chalifen vom Hause Ali eine Art ver-körperter Gottheit erblickte, und gegründet von einem betrogenen Betrüger,der sich für den wahren Imam und Mahdi (Gottpriester) ansehen undverehren ließ durfte folgerichtig das Judenthum nicht dulden. Daseinfache Vorhandensein von Andersgläubigen war schon ein tiefgreifenderZweifel an der Gottmenschheit des Mahdi. Wie die Nachfolger desersten christlichen Kaisers, so gebrauchten auch die Nachfolger des erstenfatimidischen Chalifen das Schwert als Mittel zur Ausbreitung derReligion. Bald trat ein Fatimide auf, der, was seine Vorfahren ausNachsicht verabsäumt hatten, gründlich nachholte und die Lehre vomgöttlichen Jmamat mit blutigem Fanatismus predigte. In solcher

U Das. Ende abgedruckt Orient a. a. O.

2) Munk a. a. O. p. 56 f.

2) Saadia Jbn-Danan Lssxonsuur im Sammelwerke Ollsmcks, Osurmallvon Edelmann x. 15.

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