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Geschichte der Juden.
verbannten Exilarchen Ukba Gastfreundschaft und Ehrenbezeugung be-willigte (o. S. 248), so nahm sie den dahin verschlagenen R' Chuschielehrenvoll ans, übertrug ihm den Titel Rosch und gewährte ihm die Mittel,dem Talmudstudium einen höheren Aufschwung zu geben. Dieser erzogwährend seiner Wirksamkeit (950 — 980) zwei Jünger, welche späterals Autoritäten anerkannt wurden, seinen Sohn Chananel und einenEingebornen Jakob b. Nissim Jbn-Schahin. Der Philosoph,Leibarzt und Günstling der ersten zwei Chalifen Isaak Israeli(o. S. 236) hatte Samen für eine jüdische Wissenschaft ausgestreutund deren Wachsthum einem Jünger anvertraut, der ihm auch dieHofgunst zuwenden konnte.
Dieser Jünger Abusahal Dunasch Adonim b. Tamim (geb.um 900, st. um 960), der Vertreter der jüdischen Wissenschaft imfatimidischen Reiche, war Leibarzt bei dem dritten fatimidischen ChalifenJsmael Almansur Jbnul' Kaim und vielleicht auch schon beidessen Vater. Er stand in einem so günstigen Verhältnisse zu diesem,die Wissenschaft fördernden Chalifen, daß er ihm ein von ihm verfaßtesastronomisches Werk widmete'). Dunasch b. Tamim stammte aus Irak,bildete sich aber schon in seiner Jugend in Kairuan unter Isaak Israeliaus, von dem er Medicinisches, Sprachliches und Metaphysik erlernte.Schon als zwanzigjähriger Jüngling hatte er ein reifes Urtheil undkritisirte Saadia's Schriften, die dahin gebracht wurden^). Dunaschb. Tamim umfaßte den ganzen Kreis der damals beliebten Wissens-fächer vollständig und verfaßte Werke über Medicin, Astronomie undüber die damals neu eingeführte indische Rechnungsweise. Ec giebtschon eine Rangordnung der damals gepflegten Wissenschaften an.Die niedrigste Stufe nehmen (nach seiner Schätzung) die Mathematik,Astronomie und Musik ein. Höher stehen Naturwissenschaft und Arzuei-kunde, auf der höchsten Stufe steht aber die Metaphysik, die ErkenntnißGottes und des Geistes (der geistigen Wesens. Die Ausbildung der
') In seinem Commentar zu Lstsr llssirall (Mskpt. in mehreren Biblio-theken). Daß dieser Commentar Dunasch b. T., wie eine Handschrift der PariserBibliothek und eine andere bei Luzzatto laut der Ueberschrift haben (Zion I.47), und weder seinem Lehrer Isaak Israeli, noch seinem jünger» ZeitgenossenJakob b. Nissim (wie andere Mskpt. haben) angehört, hat Munk nachgewiesen;vergl. o. S. 232 Anm. Munk's Resultate über diese Persönlichkeit (dlobiee,sur 74doulvsliä x. 43 — 60) tragen, wie alle seine Arbeiten, den Stempelder Wahrheit, und ich lege sie hier zu Grunde, mit Ausnahme seiner Ansichtüber Dunasch' Zeitgenossenschaft mit Eldad Ha-Dani.
2) Commentar zu 8. llömrull Einleitung abgedruckt Orient Jahrg. 1845.ool. 563.
b) Das. abgedruckt in 8. 8s>o1is Lsrsro ellsrnsä VIII. ft 64.