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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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Die Juden in Kairuan.

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und stellte ihm einen Prachtwagen zur Verfügung. Als der AdmiralJbn-Rumahis hörte, daß sein Gefangener der Cordovaner Gemeindeso theuer war, wollte er den Kauf rückgängig machen, um einen höhernPreis zu erzielen. Da appellirten die Juden bei dem gerechten ChalifenAbdul-Rahman III., unter Vermittlung des jüdischen StaatsbeamtenChasda'i, und stellten ihm vor, daß sie sich vermittelst des R' Mosevon dem Gaonat des morgenländischen Chalifenreiches loszulösen ver-möchten. Abdul-Rahman, der es ungern gesehen hatte, wie alljährlichbedeutende Summen aus seinem Lande für das Gaonat, also für dasLand des ihm feindlichen Chalifats, ansgeführt wurden, war froh,daß in seinem eigenen Reiche eine Stätte für das Talmudstudium ge-gründet werden sollte, und bedeutete seinem Admiral, von der Forderungabzustehen *). So wurde Cordova der Sitz eines bedeutenden, vomGaonat unabhängigen Lehrhauses. Wie R' Mose, so gründeten seineehemaligen Mitgefangenen, die ebenfalls bald in den Gemeinden vonKahira und Kairuan als überlegene Talmudkundige erkannt wurden,bedeutende Talmudschulen für Egypten und das fatimidische Chalifatund rissen unwillkürlich die Gemeinden dieser Länder von demGaonate los^).

Kein Land war aber unter den damaligen politischen und kultur-geschichtlichen Verhältnissen geeigneter, Mittelpunkt für die Gesammt-judenheit zu werden und die von Babylonien weichende Führerschaftzu übernehmen, als Spanien oder das mohammedanische (maurische)Andalusien. Denn Egypten war kein selbständiges Reich, sondern nureine Provinz des fatimidischen Chalifats, welche die Politik einesjüdischen Renegaten dafür erobert hatte. Auch bot Egypten keinenBoden für eine höhere Culturblüthe, sondern blieb auch jetzt, wozues die Natur bestimmt hat, Kornkammer. Das in Afrika gegründeteReich der Fatimiden, Italien gegenüber, mit der Hauptstadt Kairuan(später Mahadia), gewährte allerdings einige Grundbedingungen zurEntwickelung des Judenthums, und hätte ein Hauptschauplatz für diejüdische Geschichte werden können. Die reiche Gemeinde von Kairuannahm das lebhafteste Interesse am Talmudstudium, wie an wissen-schaftlichem Streben. Sie hatte noch vor R' Chuschiel's Ankunft einLehrhaus mit einem Oberhanpte, der den EhrentitelVorsteher derLehrerversammlung" (Kssob-Lalls, Hosvb) führte^). Wie sie dem

9 Abraham Jbn-Daud in Lstsr lra-Ls-bbalalr laut Erzählung vonSamuel ba-bluAick, der sie aus dem Munde von R' Mose's Sohn Chanochvernommen hat. Ders.

o) Folgt aus Raschi: Naräss 2lb. Ittur 16ä. und Samuel Gama'sZusätze zum Aruch Orient Jahrg. l85I, ool. 358.

Graetz, Geschichte der Juden. V.

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