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Geschichte der Juden.
Accente und biblische Orthographie in einer so harten Sprache undin so elender Reimerei, daß ihre Bemerkungen größtentheils räthselhaftsind. Aber nicht diese geringfügigen Arbeiten haben eine bedeutendeTragweite erlangt, sondern die von ihnen angelegten Bibelexemplare,welche beide Ben-Ascher schrieben und mit äußerster Sorgfalt undGenauigkeit nach den massoretischen Regeln korrigirten, die sie als ihrElement vollständig beherrschten. Diese Ben-Ascher'schen Bibelexemplarewurden von Karäern und Rabbaniten als Muster anerkannt und wieein Heiligthum angesehen. Aus denselben copirte man später inJerusalem und Egypten neue Exemplare. Der jetzt übliche masso-retische Urtext der heiligen Schrift beruht größtentheils auf Ben-Ascher'schen Original-Exemplaren, weil man rabbanitischer Seits späterübersah, daß der Urheber zu den Karäern gehörte. Saadia dagegen,der noch Ben-Ascher, den Sohn, kannte, war mit dessen massoretischenLeistungen durchaus nicht zufrieden, polemisirte vielmehr gegen ihnund behandelte ihn wegwerfend in einer Schrift*), die ebenfalls einRaub der Zeit oder geflissentlich vernichtet worden ist. Auch ein
Anderer, Ben-Naphtali, machte gegen Ben-Ascher's massoretischeResultate Ausstellungen, freilich meistens nur in geringfügigen Punkten fl.Nichtsdestoweniger behauptete sich der von den Massoreten von Tiberiasfestgestellte Text der heiligen Schrift und galt als unantastbar.
Wie die Karäer Sahal, Jephet, Menahem Gizni Proselyten unterden Rabbaniten zu machen versuchten, eben so sandten die RabbanitenJerusalems Abgeordnete aus, um Bekehrungen unter den Karäern zuStande zu bringen. Im Jahre 957 kamen Jerusalemer nach dertaurischen Halbinsel, predigten dort das talmudische Judenthum undgewannen zwei Hundert karäische Familienhäupter in Sepharad (Kertsch),Sulchat (Eski-Krimm), Onchat und Kassa (Theodosia), die mit allenihren Gliedern sich den talmudischen Vorschriften unterwarfen. Diejerusalemischen Abgeordneten führten bei der Gelegenheit^ für dietaurischen Gemeinden die hebräischen Vokalzeichen in deren Bibel-Exemplare ein, die bis dahin ihnen unbekannt waren. Die neu-bekehrten Rabbaniten wurden aber von den Karäern wegen des Abfallsgeschmäht und gemieden fl. Die karäische Gemeinde in der Krimm hattedamals schon einen Gelehrten aus der eigenen Mitte erzeugt, Jakobb. Mose Tamani (aus Taman), der mit den Bekenntnißgenossen inJerusalem in Verbindung stand, ihre Schriften las und eigene Gesetzes-auslegung schrieb (st. in Tschufut-Kalö 958 fl.
fl Dieselbe Note.
2) Die Differenzen zwischen Ben-Ascher und Ben-Naphtali finden sich inder umAlls, biblis. rabbinioa oder Millraot Zsäolob zu Ende der Hagiographen.
0) Dieselbe Note. fl Pinsker Beilage XI. S. 86 f.