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5 (1895) Geschichte der Juden vom Abschluß des Talmuds (500) bis zum Aufblühen der jüdisch-spanischen Kultur (1027)
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David Almokammez.

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Gizni') hatte sich von seiner Heimath bis nach Alexandrien durch-gebettelt und schrieb eine Art Bettelbrief an die karäische Gemeindevon Kahira voller hohler philosophischer Redensarten. Von seinenBekenntnißgenossen unterstützt, kam er nach der egyptischen Hauptstadtund erfuhr dort, daß ein gebildeter Arzt, David b. MerwanAlmo-kammcz aus Jrak^), eine angesehene Stellung einnahm, vielleicht amHofe des fatimidischen Chalifen. David Almokammez hatte vieleReisen gemacht, war mit der Literatur und Geschichte des Morgen-landes vertraut, schrieb ein ausführliches Werk über die moham-medanischen, samaritanischen und karäischen Sekten und auch ein philo-sophisches Werk über die Gotteseinheit in der scholastischen (muta-zilitischen) Manier. Er soll ursprünglich ein Mohammedaner, späterSaadia's Zuhörer gewesen sein, und mochte einige Zeit zwischen demtalmudischen Judenthum und dem Karäerthum geschwankt haben. Ausdiesem Grunde mochte Menahem Gizni hoffen, ihn ganz auf die Seiteder Karäer herüberzuziehen, wenn er ihm die karäischen Lehrsätze ent-wickeln würde. In Kahira augekommen, richtete er an David mehrereSendschreiben philosophischen Inhalts. Menahem's Sendschreiben inProsa und Reimerei gehalten, können als Muster gedankenleeren Wort-schwalls und abgeschmackter Schuörkelei dienen.

In Folge des angestrengten Eifers der Karäer, ihrem Bekenntnißden Sieg zu verschaffen, verbreiteten sie sich um die Mitte des zehntenJahrhunderts immer mehr und mehr, drangen auch nach Spanien underlangten eine Art Uebergewicht in Afrika und Asien. Von den egyp-tischen Rabbaniten ist es bekannt, daß sie Manches von den Karäernangenommen Habens. Einen großen Einfluß übten zur selben Zeitals Karäer Mose und Aron b. Ascher*) Vater und Sohn ausTiberias (oder Moeziah, wie die Stadt damals hieß, wohl nach demfatimidischen Chalifen Moez). Die beiden Ben-Ascher (um890950)waren Grammatiker und Massoreten, schrieben über die hebräischen

9 Bei demselben S. 153 f.

2) Vergl. über David Almokammez und die Sendschreiben Pinsker BeilageII. S. 17 ff. Ueber Almokammez' philosophische Fragmente Luzzatto's Mit-theilungen in I?olulr's Hali allst Lscksrn p. 69; Orient. Litbl. 1847 voll 618 f.631 f., 642 ff. Könnte man annehmen, daß David, der Aliraki und Babligenannt wird, aus Kufa stammte, das syrisch hieß, so würde

sein Beiname auch arabisch Alakuli lauten, und er wäre dann identisch mitdem Philosophen Akuli oder Jbn-Alakuli in dem von Munk veröffentlichtenFragmente (Ouicks äss sgurss I. 462). Aus Akuli mag dann die Corruptelentstanden sein i» Menahem's Brief.

-) Vergl. Note 29 II.

*) Dieselbe Note.